piwik no script img

Asylstreit geht weiter

■ Untersuchungsausschuß in Schwerin konstituiert sich

Bonn (dpa/AP/taz) — Die Sozialdemokraten werden vor einem Sonderparteitag keiner Änderung des Asylrechts im Grundgesetz zustimmen. Der stellvertretende SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Wolfgang Thierse und der Asylexperte der Fraktion, Gerd Wartenberg, wiesen gestern den Beschluß der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom Vortag zurück, noch im Oktober eine namentliche Abstimmung über einen Unionsantrag zur Änderung des Grundgesetzes durchzusetzen. Die SPD-Fraktion werde einen solchen Antrag geschlossen ablehnen, sagte Wartenberg in Bonn.

Für die CSU und Bayern kommt nach den Worten des bayerischen Innenministers Edmund Stoiber (CSU) ein Einwanderungsgesetz auch dann nicht in Betracht, wenn die SPD einer Asyl-Grundgesetzänderung nur unter der Bedingung gleichzeitiger Zuwanderungsquoten zustimmen würde.

Der nach den Rostocker Krawallen eingesetzte parlamentarische Untersuchungsausschuß des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern ist gestern in Schwerin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Der Ausschuß soll die tagelangen ausländerfeindlichen Krawalle vor dem ehemaligen Zentralen Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen durchleuchten. Am Rande der Landtagssitzung übernahm der CDU-Abgeordnete Christoph Brandt den Ausschußvorsitz.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen