Gestern ging Ms. McBeal in die Wiederholung. Doch keine Panik: Wer die erste Folge schon wieder verpasst hat, kann nun all die Gedächnislücken mit zwei Büchern überbrücken
Ian Buruma hat eine brillante Analyse der politischen Kultur Großbritanniens verfasst. Seine Studie „Voltaire’s Coconuts“ erhellt, weshalb die Insel im bürgerlichen Zeitalter nie anfällig war für Barbaren ■ Von Tsafrir Cohen
Kein Gott steht mehr bereit, am Ende die Guten zu belohnen: Die Theaterstücke des Christopher Marlowe beschreiben eine Welt, die von Machtkalkülen durchherrscht wird. Wolfgang Schlüter hat den Shakespeare-Zeitgenossen furios neu übersetzt ■ Von Christian Semler
Mrs. Woolf auf dem Weg zum Weltruhm, schwankend zwischen empfindlicher Nervosität und Vergnügungsseligkeit. Virginia Woolfs Tagebücher aus den Jahren 1925 bis 1930 bieten verschärfte Mitteilungen vom Schlachtfeld der Gefühle ■ Von Frauke Meyer-Gosau
Total wahr, total erfunden und grandios ausgespuckt: Der britische Garagenrocker, Maler und Underground-Literat Wild Billy Childish hat mit „Junger Mann ohne Kleider“ eine Art Autobiografie geschrieben ■ Von Julia Schön
Von metaphysischer Vaterlandsverzweiflung und moralischem Herkunftsekel: W.G. Sebalds jetzt in Buchform vorliegende Ausführungen zum Luftkrieg und den Versäumnissen der Literatur als Nachstück zu Goldhagen. Sie zeigen den Apokalyptiker als Idylliker ■ Von Erhard Schütz
Die Welt ist fern und Rettung nur von Gott, dem Zaren oder der EU zu erhoffen: Ilja Trojanow hat Bulgarien bereist und die dortigen „Hundezeiten“ gründlich studiert ■ Von Thomas Groß
Ebenso schön wie unpraktisch: Mit „Cream“ liegt eine Art Best-of-Liste aktueller Kunst in Katalogform vor, das sich vehement gegen das Medium Buch sperrt ■ Von Stephanie Tasch
Es gibt kein richtiges Sterben im gerichteten Leben: Der britische Ethnologe Nigel Barley untersucht weltweit Todesriten mit europäisch enzyklopädischer Sammelleidenschaft und mit dem Thema angemessener Ironie. Das Ergebnis liest sich wie ein Roman ■ Von Erhard Schütz