Pflegealltag in der DDR: Das Maxim-Zetkin-Pflegeheim in Saalow war Vorzeigeobjekt für die DDR-Oberen/ Der Standardsatz seiner BewohnerInnen: „Wir sind ja noch gut drangewesen“ kennzeichnet eher den Umgang mit Alten, Behinderten und Pflegebedürftigen im Realsozialismus ■ Von Vera Gaserow
Prozeß gegen Honecker würde komplizierte juristische Fragen aufwerfen/ Bundesdeutsche Gerichte urteilten bisher erst einmal über DDR-Schießbefehl/ Honeckers Zustand macht Prozeß zweifelhaft ■ Aus Berlin Vera Gaserow
Prozeß gegen Honecker würde komplizierte juristische Fragen aufwerfen/ Bundesdeutsche Gerichte urteilten erst einmal über DDR-Schießbefehl/ Honeckers Zustand macht Prozeß zweifelhaft ■ Von Vera Gaserow
■ Ab Montag werden Flüchtlinge, die um Asyl nachsuchen, erstmals auch auf die neuen Bundesländer verteilt. Nicht nur die Mitarbeiter der zentralen Aufnahmestellen fühlen sich dabei heillos überfordert. Noch weitgehend „im Fluß“ befinden sich auch Unterbringung und soziale Betreuung.
■ Ex-Staatsanwalt Müllenbrock bestätigt geheime Absprachen mit den Richtern des Verfahrens/ Staatsanwaltschaft wußte seit zwölf Jahren, daß die Mordwaffe beim Verfassungsschutz lag
Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Richter und Staatsanwälte des zweiten Schmücker-Verfahrens Kungelei mit dem Verfassungsschutz könnte strafrechtliche und disziplinarische Konsequenzen haben ■ Von Vera Gaserow
■ Was hat sich für Menschen in der DDR im letzten Jahr verändert und wie verarbeiten sie diese Veränderungen? Heike Tondasch gehört zu denen, die—trotz einiger Skepsis— den Vereinigungsprozeß begrüßen. Sie ist 28 Jahre, und — wie sie sagt — „Koch“ in einer Kindereinrichtung. Heike Tondasch ist eine der vielen alleinerziehenden, berufstätigen Mütter in der DDR. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in der Ostberliner Trabantenstadt Mahrzahn. Ihre Wohnung ist schon mit einer Schrankwand neu möbliert, und die Couchgrnitur von Quelle sollte eigentlich auch längst da sein.
■ Wie verarbeiten Menschen, die voll hinter dem DDR-System und dem Bau der Mauer gestanden haben, die Tatsache, daß beides nicht mehr da ist? Dr. Helmut Rieger ist einer, der es wissen müßte. Als „150-prozentiges“ SED-Mitglied und Angehöriger einer Betriebskampfgruppe hat der heute 59jährige 1961 mitgeholfen, die Mauer zu bauen. 1986 schilderte er der taz voll Stolz seinen damaligen Beitrag zum Mauerbau. Vier Jahre später, nach der Wende, stellte er sich wieder den Fragen der taz. Als Kaderleiter —oder auf westdeutsch ausgedrückt — Personalchef des größten Ostberliner Chemiebetriebs war Rieger nach der Wende einer der ersten geschaßt wurde. Rieger bemüht sich, ehrlich auf die Fragen zu antworten. Nur: Die wichtigsten Fragen hat er für sich selbst bisher einfach nicht gestellt.
Michael Bartoszek, 41 Jahre alt, Vater dreier Kinder und von Beruf Chemiker, gehörte mit zu den Aktivisten der früheren DDR-Opposition. Als Mitbegründer und späterer „Kanalarbeiter“ von „Demokratie Jetzt“ hat er sich im Herbst 1989 verstärkt in die politische Arbeit gestürzt. Vor einigen Wochen ist er erst einmal „abgetaucht“, wie er sagt, hat sich eingeigelt und schreibt. Über die Enttäuschungen und Zweifel, Unsicherheiten, Ängste und Hoffnungen eines nachdenklichen „Revolutionärs“ der ehemligen DDR ■ Interview:VeraGaserow
■ Saliha Scheinhardt, einst „Gastarbeiterin“ aus der Türkei, heute Verfasserin von Erzählungen über die Situation von Arbeitsimmigrantinnen, zur BVG-Entscheidung INTERVIEW
■ Mit windigen Verordnungen und Gesetzesänderungen versucht das Bundesarbeitsministerium seit Jahren, eine kostensparende Praxis zu retten: Die Arbeitslosenhilfe wird für viele um einen fiktiven Unterhaltsbetrag gekürzt. Jetzt zweifelt auch ein Sozialgericht daran, daß das einschlägige Gesetz verfassungsgemäß ist, und legt es in Karlsruhe vor.