Wie die Nationalsozialisten mit angeblich „Arbeitsscheuen“ oder „Asozialen“ umgingen, ist bislang nur wenig erforscht. Der Stuttgarter Historiker Sebastian Wenger hat dazu eine umfassende Studie verfasst – und erklärt im Kontext-Gespräch, warum das Thema hochaktuell ist.
Überall wurde in den vergangenen Wochen das Grundgesetz gefeiert. Doch im Parlamentarischen Rat, der es ausarbeitete, saßen auch Männer mit Nazi-Vergangenheit. Wie Paul Binder und Hermann von Mangoldt. Der eine oberster „Arisierer“, der andere fanatischer Befürworter der Rassegesetze.
Innerhalb der deutschen Sinti-und-Roma-Community gibt es Streit. Seit 40 Jahren dominiert der bundesweit bekannte Romani Rose die Politik der Minderheit von Heidelberg aus. „So kann das nicht weitergehen“, sagt Daniel Strauß vom baden-württembergischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma.
In Heidelberg und Ulm laufen aktuell mehrere Gerichtsverfahren wegen Straftaten, bei denen eine rassistische Motivation vorliegt. An ihnen wird deutlich, welches Ausmaß rechte Gewalt in Baden-Württemberg hat.
Der SPD-Mann Martin Korol ist ein Rechtsausleger. Für ihn leben Sinti und Roma sozial und intellektuell im Mittelalter. Sie kämen nach Deutschland, um sich satt zu essen.
Ungarns Rechte schürt die Pogromstimmung gegen die rund eine Million Roma im Land. Gábor Vona von der rechten Partei „Jobbik“ will die Todesstrafe wieder einführen.
Der italienische Staat tut nichts für die Situation der Roma und Sinti. Vorurteile halten sich hartnäckig, sogar staatliche Stellen glauben, Roma würden Kinder stehlen.