■ In den USA versucht die Regierung mit den Jubiläumsfeiern zum 200. Jahrestag der Verfassung nationale Tradition zu konstituieren / Doch auch die „Founding Fathers“ waren nur gewöhnliche Politiker, für die Ideologie eine Sache war, soziale Praxis aber eine andere / Verfassungsdebatte um liberale Prinzipien wieder aktuell
■ Heftig ist der Streit zwischen „Müttern und Emanzen“ um das „Müttermanifest“ / Gar von faschistischer Ideologie war die Rede Jetzt formulierten grüne Frauen eine differenzierte Antwort / Wir dokumentieren ihre Stellungnahme auszugsweise
■ 300 Delegierte der ethnischen Minderheiten haben dem von der sandinistischen Regierung angebotenen „Autonomiestatut“ zugestimmt / Für viele bedeutet Autonomie eher „in Ruhe gelassen werden“ / Trotzdem ein Schritt zum Frieden / Tausende von indianischen Flüchtlingen sind schon aus Honduras zurückgekehrt
■ Trotz schlechter Zeiten für Utopien - Gedanken zu einer Gesellschaft, die Ökologie und Feminismus miteinander verbindet / Die europäischen Frauen sind nicht nur ausgebeutet, sondern nehmen selbst an Ausbeutung teil - ein neuer Emanzipationsbegriff ist nötig / Ist die Rückkehr zur Selbstversorgungswirtschaft unsere Perspektive?
■ 40.000 bis 50.000 Indios fielen dem Terror der Militärdiktaturen zwischen 1978 und 1985 zum Opfer. Unter dem zivilen Präsidenten Cerezo hat diese massive Verfolgung ein Ende genommen. Doch gibt es weiterhin Zivilpatrouillen und Modelldörfer, beides konzipiert im Kampf gegen die Guerilla
■ Heute trifft Johannes Paul II. zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Santiago ein / Alles ist minutiös vorbereitet / Doch viele hoffen, daß „etwas passiert“: Ein Skandal, ein Wunder oder ein unübersehbares Zeichen / Pinochet ist über einen Brief der Bischöfe verärgert - sie sollen sich lieber dem Gebet widmen
■ Erst jetzt kommt durch Presseberichte das Ausmaß des schwersten chinesischen Chemieunfalls Anfang Januar ans Tageslicht / Zigtausende tranken vergiftetes Trinkwasser / Ein Monatslohn Strafe für Manager
■ In den Niederlanden ist Euthanasie ein vieldiskutiertes Thema geworden / Sterbehilfe wird dort täglich praktiziert und oft nicht bestraft / Wo liegen die Grenzen?
■ In Hannover beginnt heute der Parlamentarische Untersuchungsausschuß zum „Celler Loch“ mit der Beweisaufnahme / Die V–Leute Berger und Loudil werden als Zeugen „vertraulich“ vernommen / Die taz sprach mit dem Niederländer Henk Wubben, der den V–Leuten als „Schleuse“ in den Untergrund dienen sollte
■ Prof. Dr. Meinrad Koch, Leiter der Abteilung Virologie beim Robert–Koch Institut in Westberlin, äußert sich zur These des ehemaligen Leiters des Instituts für allgemeine Biologie in Ostberlin, Professors Dr. Jakob Segal, daß das AIDS auslösende HIV–Virus Produkt einer gentechnologischen Krankheitserregerzüchtung sei.
■ In einem Diskussionsbeitrag für die taz antwortet FR–Redakteur Anton–Andreas Guha auf Michael Fischers Beitrag zum Anti–Amerikanismus der bundesdeutschen Linken / Guha will die gefährliche Politik der USA mit Aufklärung und Vernunft statt mit Emotionen bekämpft wissen
■ Braunkohletagebau im Rheinischen: Ein Vierteljahrhundert lang gräbt sich die RWE–Tochter Rheinbau durch die Landschaft / Unabsehbare ökologische Schäden
■ Polizisten und Häftlinge, Grenzschützer und Knaben wollen töten wie ein Mungo, „flink und ruhig“ / Sprößlinge in Kampfmontur und Gestrauchelte mit Umsturzplänen / Ein Panzer ist bereits geordert / Aus weltweiter Verteilung deutschen Kapitals riesiges Betätigungsfeld für die Legionärstruppe erhofft
■ 150 Mastanschläge ohne Aufklärung - Die neue Militanz und die „dirty tricks“ der Staatschutzbehörden / Bundesländer richten Sonderkommissionen „Energie“ ein / taz–serie V Teil
■ Mutmaßlicher Kapo des KZ–Gusen vor dem Berliner Landgericht wegen vielfachen Mordes angeklagt / Polnische Zeugen belasten den 74jährigen Angeklagten schwer / „Gedächtnislücken“ und „Verschwörungstheorie“ des Angeklagten / Auseinandersetzung mit der NS–Zeit wird tunlichst vermieden
■ Ein riesiges Manöver mit sieben Millionen Menschen beendet die Sondersitzung des 3. Parteitages der KP Kubas / Fidel Castro mobilisiert gegen den Schlendrian
■ Sechs Jahre nach seiner Machtübernahme in Guinea–Bissau erweitert Präsident Joao Bernardo Vieira die „Kurskorrektur“ auch auf die Wirtschaftspolitik Der seit 1974 verstaatlichte Außenhandel des kleinen westafrikanischen Landes soll erneut dem privaten Sektor zugänglich gemacht werden