Der Welt ging es 2025 nicht gut: Klima, Trump, Nazis, zu viele Männer mit Knall an der Macht. Das vergangene Kontext-Jahr dagegen war aufregend, voller Veränderungen und mit einem Teenager in der Wachstumsphase.
Als Staatsanwältin hat Anne Brorhilker zum Cum-Ex-Skandal ermittelt, dem größten Steuerraub der deutschen Geschichte. Inzwischen setzt sie sich bei der Bürgerbewegung Finanzwende für ein entschiedeneres Vorgehen gegen Finanzkriminalität ein. Vergangenen Sonntag erhielt sie den Friedenspreis der Stuttgarter AnStifter. Ein Gespräch.
Kontext hat Beamt:innen aus dem Südwesten mit einer AfD-Mitgliedschaft recherchiert. Polizisten sind besonders stark vertreten. Das wirft die Frage auf: Können Menschen der freiheitlich demokratischen Grundordnung und gleichzeitig einer rechtsextremen Partei dienen?
Dass wir das noch erleben dürfen: Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bewertet „Stuttgart 21“ neu und warnt vor diesem „Menetekel“. Die Abrechnung hätte auch in Kontext stehen können.
Stuttgart war gestern, heute ist Ulm.Die „Südwestpresse“ steigt zum Zeitungsriesen auf – dank des Kleinverlegers Alexander Frate, der behauptet, unabhängig zu sein, und ein winziges Lokalblatt erwirbt. Damit werde einem Monopol vorgebeugt, glaubt das Kartellamt und sagt, Frate sei kein Strohmann.
Europas größte Wohnungsgesellschaft Vonovia will wieder Gewinn machen. Dafür lässt sie in Stuttgart Sozialwohnungen aus der Bindung fallen und setzt auf deutlich erhöhte Mieten, wie Dokumente aus dem Rathaus zeigen. Die bisherigen Mieter:innen müssen sehen, wo sie bleiben.
Jean Peters hat die „Correctiv“-Recherche zum „Geheimplan gegen Deutschland“ geleitet, dem Treffen Rechtsextremer und Konservativer in Potsdam. Der Enthüllung folgten Massenproteste gegen die AfD – und Zweifel an der Geschichte. Über Gerichtsverfahren, die irritieren sollen, und einen „Zeit“-Artikel, der zum Kronzeuge wurde.
Sie fühlen sich wie Deutsche zweiter Klasse: Kontext hat Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft und Zuwanderungsgeschichte gefragt, wie sie die Migrationsdebatte wahrnehmen.
Im Stuttgarter Pressehaus wird gestreikt und viele gehen hin. Befeuert von Managern, die mit allem brechen, was einst halbwegs heilig war. Aber sie haben die Rechnung ohne den Betriebsratschef gemacht. Ein Blick ins Innere einer Zeitung, die aufgehört hat, eine Zeitung zu sein.
Der Waiblinger Sägen-Unternehmer Rüdiger Stihl will, dass ein vierspuriger Tunnel vor den Toren Stuttgarts gebaut wird. Eine aufwendige Werbekampagne gaukelt Naturverträglichkeit und Bürgerbeteiligung vor.
Mit Prüfungen für alle Viertklässler:innen wollte die baden-württembergische Landesregierung die zukünftige Grundschulempfehlung „verlässlich und passgenauer“ machen. Stattdessen endet der erste Durchlauf im Chaos.
Die Autoindustrie in der Region Stuttgart schrumpft.Tausende Arbeitsplätze verschwinden und damit Wohlstand und Industrie. Das prognostiziert eine neue Studie des IMU-Instituts, die jüngst erstmals öffentlich vorgestellt wurde.
Ein Computer, der mit Licht statt Strom rechnet, und eine Prothese mit Gedankensteuerung: Das erst sechs Jahre alte Start-up Qant aus Stuttgart präsentiert zwei futuristische Prototypen. CEO und Physiker Michael Förtsch trägt einen fast größenwahnsinnigen Anspruch irritierend bescheiden vor.
Als am 20. September in der Stuttgarter Oper der Film „Cranko“ von Joachim Lang Premiere feierte, lagen ihm die Ballettfans zu Füßen. Einer allerdings ist sauer: Thomas Aders. Er hat vor vier Jahren einen Roman über Cranko veröffentlicht und findet: Der Film ist seinem Buch erstaunlich ähnlich.
Zwischen Ampel-Parteien, Union, AfD und BSW herrscht Konsens, dass „irreguläre Migration“, also Flucht, bekämpft werden muss. Wir sollten an das Prädikat „demokratische Partei“ mehr Anforderungen stellen als nur eine, nämlich:nicht die AfD zu sein, meint unser Autor.
Über Geld reden Reiche angeblich nicht. Die Millionenerbin und -verschenkerin Marlene Engelhorn tut es jetzt sogar auf einer Bühne. Das Theaterstück „Geld ist Klasse“ von Lothar Kittstein und Volker Lösch will mit der Illusion aufräumen, dass riesige Vermögen durch eigene Leistung zustande kommen.