Geschichtsstunde mit subkulturellem Helden: „American History X“ thematisiert skandalträchtig Jugend, Pop und Ästhetik der Gewalt. Doch bevor der Held noch richtig böse war, ist er schon wieder gut ■ Von Brigitte Werneburg
Gegen den Strich gebürstet: Der österreichische Konzeptkünstler und documenta-Teilnehmer Peter Friedl zeigt in Berlin, wie kritische Kunst zur Spielwiese mutiert ■ Von Harald Fricke
Weder „McWorld“ noch „Kampf der Kulturen“: Ein Buch entwirft ein optimistisches Gegenbild zu den populären Schreckensszenarien einer globalisierten Welt ■ Von Daniel Bax
Symbolische Aktionen, Unterschriften gegen das Staatsbürgerschaftsrecht und ein rennender Diepgen. Wie die neue Opposition von den 68ern eingefädelte Protestformen adaptiert und warum deren Zeit vorbei ist ■ Von Harry Nutt
Am Anfang halfen sie sizilianischen Großgrundbesitzern, billige Landarbeiter zu rekrutieren. Doch schon nach kurzer Zeit waren sie mächtiger als ihre adligen Auftraggeber und unterwarfen ganze Landstriche ihrem Regiment. Inzwischen reicht der lange Arm der Mafia um die ganze Welt. Nicht nur eine Geschichte eines Mythos ■ von Werner Raith
Zwei Bücher, zwei sehr unterschiedliche Weisen der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Kommunismus: Wippermann relativiert sie unter Bezugnahme auf den Nationalsozialismus, Koenen erkennt in den beiden Terrorsystemen „zweierlei Singularität“ ■ Von Martin Jander
■ Michael Naumann ist der erste Repräsentant des physiognomischen Wechsels. Darin gleicht er eher dem Ideal des Unternehmers als dem des Künstlers. Kleine Typenkunde zur Wende
Wer glaubt, es sei damit getan, einfach mit dem Rauchen aufzuhören, irrt gewaltig. Wer schon nicht zur Schokolade greift, schnappt sich mit Sicherheit eine Sportfibel – und beginnt zu laufen. Und schon ist es passiert: Man ist sportifiziert. Das ganze Leben will nun nach der neuen Leidenschaft ausgerichtet sein. Davon, was passiert, wenn man die eine Sucht los wird ■ Martin Krauß
■ Wie Kulturpolitik unverhofft in den Wahlkampf geriet: Intellektuelle trafen sich zum „10. Ideentreff EuroVisionen“ im Berliner Willy- Brandt-Haus und wollten nur das eine – Gerhard Schröder muß Kanzler werden. Mutter des Gedankens: die Wählerinitiative der 60er Jahre.
Eine lange Phase der Kränkung. Die fetten Jahre der Kultur während der Ära Kohl – und warum sie die neuen Kulturpolitiker um Verleger Naumann als Dürre empfinden ■ Von Harry Nutt
Die aktuelle Debatte um Multikulturalität kreist äußerlich um zwei Pole: die linksliberale Seite fordert ein interkulturelles Miteinander, die neokonservative ein ethnopluralistisches Nebeneinander. Im Kern ergänzen sich beide: kulinarische Vielfalt und farbige Moderatoren sind gut, Kopftücher und andere Zeichen der fundamentalistischen Vormoderne hingegen nicht ■ Von Mark Terkessidis
Vor fünfzig Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet. Sie legt ein hohes Maß an Vertrauen in die Gattung Mensch zugrunde. In den letzten fünfzig Jahren sind eine Reihe weiterer Rechte auf internationaler Ebene hinzugekommen. Nicht selten treten sie in Konkurrenz zueinander, bisweilen wird mit ihnen Handel betrieben. Die Geschichte der Menschenrechte nach dem Holocaust zeigt, daß ein Eintreten für sie künftig ohne optimistischen Fortschrittsglauben wird auskommen müssen. ■ Von Michel Ignatieff
■ Umland oder nicht?, fragt die taz: LeserInnen debattieren, wie auf Fremdenfeindlichkeit und Überfälle in Brandenburg reagiert werden soll. "Die Gleichung ,Ossis = Faschos, Berliner = die Guten+ ist elitär"
■ taz-Leser und Leserinnen schildern ihre Erlebnisse, ihre Angst und Wut bei der Fahrt ins Berliner Umland. Negative Erlebnisse sind kein Einzelfall. Beklagt wird aber auch Fremdenfeindlichkeit in Berlin