WAHLKAMPF 5.000 Menschen jubeln dem türkischen Premier in Berlin zu, während der sich die Realität zurechtbiegt. Bald hat er die Stimmen der Auslandstürken bitter nötig
Im Windschatten des Mammutprojekts Stuttgart 21 ist am Inneren Nordbahnhof, einem ehemaligen Bahngelände im Stuttgarter Talkessel, eine einzigartige Künstlerkolonie entstanden. Doch der Raum um die Wagenhallen wird enger.
Seit der Ausspäh-Affäre der NSA rücken die US-Stützpunkte in Deutschland wieder ins Blickfeld. Auch in Böblingen, 20 Kilometer südwestlich von Stuttgart, gibt es einen. Was dort passiert, wissen die wenigsten, weil sich die Amerikaner wie ein Staat im Staate aufführen. Wie lebt eine Stadt mit 46.000 Einwohnern mit kilometerlangen Stacheldrahtzäunen und einer paranoiden Supermacht in der Nachbarschaft?
Während in München mit lautem Getöse ein verlorener Kunstschatz gehoben wird, schlummern in und um Stuttgart außergewöhnliche Bilder aus der Nazizeit. Sie wurden damals versteckt, sie auszustellen wäre lebensgefährlich gewesen. Weil sie vorausschauend zeigten, wohin Hitlers Gewaltherrschaft letztlich führte. Bis heute sind die Arbeiten nie einer größeren Öffentlichkeit präsentiert worden
Für manche ist es ein Beitrag zur Resozialisierung, für andere ein Angriff auf den freien Markt: Landesweit gehen über 5.000 Häftlinge arbeiten; in Heilbronn gibt es sogar einen knasteigenen Weinberg. Viele Großunternehmen lassen wegen geringer Arbeitskosten im Gefängnis produzieren – für den Mittelstand eine ernst zu nehmende Konkurrenz
Bad Waldsee ist ein idyllisches Fleckchen in Oberschwaben. Heilbad, prächtige historische Gebäude, zwei schmucke Seen und angeblich die meisten Sonnenstunden aller deutschen Kurorte. Finster wird es nur, wenn der Bürgermeister an Kultur denkt. Dann gibt es eben kein Kino, selbst wenn seine Bürger dafür sammeln und der schwarze Landrat spendet
Die FDP besteht aus Leichtmatrosen. Die SPD ist kopflos. Für eine funktionierende Koalition wird nach der Bundestagswahl Schwarz-Grün geradezu zwingend – und der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann soll's mit richten. So sieht das Szenario unseres Gastautors Peter Grottian für die Zeit nach der Bundestagswahl aus. Ein Debattenbeitrag
LANGZEIT-AKTIVISTEN Außerhalb Stuttgarts glauben die meisten, der Tiefbahnhof S21 sei beschlossene Sache. Dessen Gegner sehen das ganz anders – und kämpfen weiter unverdrossen gegen die Bahn
Die Grünen waren einst angetreten, Stuttgart 21 zu verhindern. Jetzt sind sie an der Macht – und schweigen. Bloß nicht mit dem Thema in den Wahlkampf ziehen, schön still halten und darauf hoffen, dass es der brave Bürger honoriert. Das schafft gewaltigen Verdruss bei denen, die ihnen vertraut haben
Mehr als 28.000 Menschen haben die Petition der Orchesterretter unterzeichnet. Aber der SWR, der das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg 2016 auflösen will, stellt sich taub – und mit ihm die Politik. Dabei zählt das Hausorchester der Donaueschinger Musiktage zu den besten der Welt. Und leistet im heimatlichen Freiburg wertvolle musikpädagogische Arbeit. Das verträgt sich schlecht mit den Zielen der grün-roten Landesregierung. Rettung scheint möglich
Allen Unkenrufen zum Trotz gehen die Stuttgarter S 21-Gegner immer noch jeden Montag auf die Straße. Was ist los mit der Bürgerbewegung gegen den Tiefbahnhof?
Wem gehört eine Stadt? Investoren, die sie durch Einsatz immenser Summen umgestalten, wie es ihnen gefällt? Jenen, die die politische Macht haben, diese Umgestaltungen abzusegnen? Und wo bleiben in diesem Poker um viel zu teuren Wohnraum, um gewinnversprechende Shoppingmalls und geldfressende Megaprojekte Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Stadt leben, arbeiten und die sie eigentlich erst zu dem machen, was sie ist? Ein Essay zum Ausverkauf unserer Städte
Gewaltsam hat der Arzt die kleine Gerda, die an einer spastischen Lähmung litt, entführt und in die Stuttgarter „Kinderfachabteilung“ gebracht, wo sie getötet wurde. Euthanasie, schöner Tod, nannten die Nazis das. Ein Tabuthema – auch in den Nachkriegsjahrzehnten