Die Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl ist eine sehr ernste Sache. Gewonnen hat eine Agentur, aber wer trägt die Schuld an den vielen Niederlagen? Die bundesweite Presse weiß es.
Polarisieren ist brandgefährlich, am Ende verschreckt man noch die bürgerliche Mitte. Hannes Rockenbauch, der Oberbürgermeister in Stuttgart werden will, tut es trotzdem und mit voller Absicht. Er meint, dass Politik Streit und radikale Positionen braucht, um die Probleme einer extremen Wirklichkeit angehen zu können.
Keine Bewährung und zweieinhalb Jahre Gefängnis bekam ein 18-Jähriger dafür, dass er in der sogenannten Stuttgarter Krawallnacht die Scheiben eines Polizeiautos eingeschlagen und eine Dose geworfen hat. Die CDU freut sich, andere sind konsterniert.
Amelie Deuflhard ist Intendantin des internationalen Produktionshauses Kampnagel in Hamburg. Sie forderte kürzlich von den öffentlichen Theatern, die Corona-Zwangspause nicht zu bejammern, sondern die Zeit für die Entwicklung neuer Zukunftsperspektiven zu nutzen. Kontext fragte nach.
Mit umweltfreundlichen Häusern wollte die Bahnstadt in Heidelberg neue Maßstäbe setzen. Doch das ökologische Vorzeigeprojekt droht am Klimawandel zu scheitern – mit dem die Stadtverwaltung nicht gerechnet hat. Zu Besuch in einem grünen Stadtteil ohne Grün.
Die Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt rückt näher. Am 8. November steht für die SPD Martin Körner auf dem Wahlzettel. Er will Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen und findet es gut, dass in Stuttgart Autos gebaut werden.
Seit der berüchtigten Krawallnacht im Juli interessiert sich die ganze Republik für die Stuttgarter Jugend – außer Stuttgart. Kurz vor der OB-Wahl gibt es kaum Angebote für Erstwähler. Wo Veranstaltungen pandemiebedingt ins Netz ausweichen, stört die querdenkende Trollarmee von Michael Ballweg.
Veronika Kienzle ist Bezirksvorsitzende in Stuttgart-Mitte. Am 8. November kandidiert sie für die Grünen bei der OB-Wahl in der Landeshauptstadt. Ein Gespräch über Immobilien-Investoren, eine Kindheit im Heim und zwei Buchstaben, die einen großen Unterschied machen.
Am 8. November wird gewählt: Kontext stellt die aussichtsreichsten KandidatInnen für den OB-Posten in Stuttgart vor. Den Anfang macht Marian Schreier, er ist der Jüngste – und bringt trotzdem Erfahrung mit. Denn er ist bereits Bürgermeister in Tengen.
Die Lindauerin Romy Bornscheuer studiert Medizin und ist Gründerin der Hilfsorganisation „Europeans for Humanity“. Mehrfach war sie auf der Insel Lesbos und half bei der medizinischen Versorgung der Menschen im Lager in Moria. Sie hat den Großbrand miterlebt, der das Camp zerstört hat.
Das Thema Flucht ist nicht mit Merkels „Wir schaffen das“ vom Himmel gefallen. Bereits 2011 hat Chris Grodotzki in seiner Kontext-Fotoreportage auf das Elend der Flüchtlinge bei Calais aufmerksam gemacht. Das Thema lässt ihn nicht los: Derzeit ist er mit der Sea-Watch 4 auf dem Mittelmeer unterwegs – mit 350 geretteten Flüchtlingen an Bord.
Gisela Schneider wirft so schnell nichts aus der Bahn. Sie hat als Ärztin in Uganda gearbeitet, zu Aids, HIV und Malaria geforscht. Aber die Folgen der Corona-Krise in Teilen Afrikas lassen ihr keine Ruhe. Auch, weil dort gerade kaum einer hinschaut. Zwei schlaflose Nächte hatte die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) vor unserem Gespräch.
Der geplante Abzug der US-Truppen macht die Stuttgarter Kommunalpolitik traurig. OB Fritz Kuhn spricht von einer Strafaktion und beklagt einen Verlust von Kaufkraft. Dabei soll eine Kommandozentrale aus der Stadt verschwinden, die regelmäßig Zivilisten tötet.
Die Immobilienlobby und ihre Lautsprecher preisen die Bauwut als vermeintliches Wundermittel gegen die Wohnraumkrise an. Doch dass Neubauten zu sinkenden Preisen führen, lässt sich empirisch nicht belegen – im Gegensatz zur Wirksamkeit des Berliner Mietendeckels.
Alle Welt spricht über ein anstößiges Wort: Stammbaumforschung. Der Polizeipräsident, dem es zugeschrieben wird, hat es nur nie gesagt. Verursacht wurde die ganze Aufregung von einem Sternschnuppen-Journalismus, der ungeniert Meldungen verbreitet, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. In diesem Fall war es das Stuttgarter Pressehaus.