Ein seltsames Buch, das Offenbarung, Selbstbefragung und Schuld-und-Scham-Debatte genauso sein soll wie es seinen Stoff poetisch arrangiert: Günter Grass erzählt in „Beim Häuten der Zwiebel“ von seinem Leben zwischen den Jahren 1939 und 1959
Intervention üben am widerspenstigen Objekt Stadtzentrum: Ein Resümee von fünf Wochen Bunnyhill 2 an den Münchner Kammerspielen. Blumen pflanzen, das soziale Gewissen wärmen oder einfach die Sau rauslassen – befriedigend war das nicht
Leipzig ist von sich überzeugt. Ihre Besucher überzeugt die sächsische WM-Stadt mit Nachtleben ohne Sperrstunde, günstigen Mieten und sanierten Gründerzeithäusern, die von einer beinahe mediterranen Leichtigkeit sind. Ein kurzer Stadtrundgang
Der Artist Pension Trust (APT) lockt Künstler mit Alterssicherung – das global agierende Anlegerprojekt macht sie aber zum Spielball von Spekulantentum. In Zeiten ihrer Kapitalisierung soll sich die (Kunst-)Welt an Geltungsgewinnen schadlos halten
Von Alterskarrieren und glückender Realitätskonzentration: Den Regisseuren Jürgen Gosch und Dimiter Gotscheff gehört die Gunst der Stunde. Mit insgesamt drei Inszenierungen sind sie beim heute beginnenden Berliner Theatertreffen gut vertreten
Mal voller Wut, mal voller Witz: Das politische Kino des israelischen Filmemachers Avi Mograbi zehrt von großem Scharfsinn und von einer Klarheit, die sich die Dinge nicht zu einfach macht. Eine Begegnung am Rande des Filmfestivals von Nyon
Der Überfall auf einen dunkelhäutigen Deutschen in Potsdam und der Mord an Hatun Sürücü müssen zu einer einzigen Schlussfolgerung führen: Nulltoleranz. Sie erfordert eine gesellschaftliche und kulturelle Anstrengung
Ein Gespräch mit Jeanne Moreau über ihre Rolle in François Ozons neuem Spielfilm „Die Zeit, die bleibt“, über Arbeit und Leidenschaft, Kino in der Sommerfrische und die Frauen ihrer Generation
Sein Heine sitzt einfach da, in der Hand ein Buch, lächelt, völlig ohne revolutionäre Geste: Der Bildhauer Waldemar Grzimek hat „von beiden Seiten über die Mauer geschaut“, sagen seine Weggefährten. Erkundung einer unmöglichen Perspektive
Die Zukunft der Massenmedien als Vision der Vergangenheit: George Clooney zeichnet in „Good Night, and Good Luck“ ein Porträt des frühen Anchor Man Edward R. Murrow, das die politische Kultur der USA mit dessen liberaler Haltung infizieren will
Feine Unterschiede (10): Die Bürgerinitiativen reformierten das Gemeinwohl, die taz setzte urbürgerlich auf die Öffentlichkeit – in den Siebzigern kam die Neue Bürgerlichkeit also von links. Das wird heute gern vergessen, nicht nur von Konservativen
Diese Jugend von heute! Jeden Freitag erklären konservative Kleriker den jungen Leuten im Iran, wie verdorben sie sind. Ganz Unrecht haben die Geistlichen nicht: MTV ist immer noch angesagter als das islamistische Regime – Ahmadinedschad zum Trotz