■ Die russische Historikerin Marina Pawlowa-Silwanskaja vom Moskauer Carnegie-Zentrum über die gesellschaftlichen Folgen der ökonomischen Krise, den Mord an der Politikerin Galina Starowojtowa und die
Zunächst ist es nur ein gewöhnlicher Zeckenbiß. Nach einigen Tagen schon können die ersten Krankheitssymptome auftauchen. Lyme-Borreliose ist eine vernachlässigte Krankheit. Denn obwohl sich jedes Jahr Zehntausende mit ihr infizieren, wird die bedrohliche Infektion häufig auch von ÄrztInnen nicht erkannt ■ Von Britta Lemke
■ Das Weltentwicklungsprogramm der UNO legt seinen alljährlichen Bericht vor. Fazit: Eine kleine Gruppe praßt, während die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung darben muß
AustralierInnen sind besessen vom Glücksspiel. Die Konsequenzen der liebsten Freitzeitbeschäftigung der Nation erschrecken: Mindestens 300.000 Menschen sind spielsüchtig. Die Bundesstaaten kassieren kräftig mit ■ Aus Melbourne Urs Wälterlin
Psychische Probleme wurden in China einst mit „revolutionärer Umerziehung“ behandelt, doch heute fassen Psychologie und Psychotherapie nur langsam Fuß ■ Aus Peking Stephanie Küch
Der Soziologe Pierre Bourdieu rüstet zum Engagement und entrüstet Teile der französischen Öffentlichkeit. Manche werfen ihm Eitelkeit und Machthunger vor, doch an der Organisation seiner „Einmischungen“ läßt sich beispielhaft ablesen, wie Kritik praktisch wird ■ Von Gregor Husi
Die aktuelle Debatte um Multikulturalität kreist äußerlich um zwei Pole: die linksliberale Seite fordert ein interkulturelles Miteinander, die neokonservative ein ethnopluralistisches Nebeneinander. Im Kern ergänzen sich beide: kulinarische Vielfalt und farbige Moderatoren sind gut, Kopftücher und andere Zeichen der fundamentalistischen Vormoderne hingegen nicht ■ Von Mark Terkessidis
■ Goran Bregovic, der die Musik zu den Filmen von Emir Kusturica schrieb, über das Glück ungestimmter Instrumente, die Unmöglichkeit, das Schicksal seiner Musik zu kontrollieren, und den Unterschied zwischen Poli
■ Der weißrussische Regisseur Jurij Chaschtschewatzki hält den Präsidenten seines Landes für einen nicht ganz zurechnungsfähigen Lügner. Ohne Rußlands Hilfe wäre das "verrückte Regime" schon längst zu
Leben im Orient – autobiographische Werke von fünf arabischen AutorInnen, hier weitgehend unbekannt, wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Es sind eindrucksvolle Dokumente politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Umbrüche in der arabischen Welt ■ Von Verena Klemm
■ Die einen kippen Tausende befruchteter Eier in den Klinikausguß, die anderen dürfen ihre Embryonen nur mit Beratung abtreiben. Eine paradoxe Welt, die lohnt, näher betrachtet zu werden. Mit dem klassischen Slogan „Mein Bauch gehört mir“ kommen wir heute nicht mehr weiter. Noch liegen Gebähren und Töten der Leibesfrucht – jenseits staatlicher Reglementierung – in der Macht der Frauen. Fällt diese Ordnung, geht das eventuell nicht nur über die Kräfte der Frauen, sondern auch über die der Gesellschaft.
Die Diskussion um Abtreibung hat häufig einen religiösen Hintergrund. Selten wird dabei berücksichtigt, daß jüdische und christliche Lesarten der Bibel an diesem Punkt auseinandergehen. Während Katholiken und Protestanten die Seele des Fötus ins Zentrum ihrer Gedanken rücken, konzentriert sich die jüdische Tradition auf das Leben der Mutter. Überlegungen jüdischer Feministinnen in den USA erweitern jedoch den Blick – auch auf die europäischen Debatten um Abtreibung ■ Von Leila Bronner
Rußlands Landwirtschaft stagniert. Hindernis für die Entwicklung eines selbständigen Bauerntums ist der Streit um Grundeigentum. Nun wird an einem Gesetz gebastelt, das Landerwerb ermöglicht ■ Aus Moskau Klaus-Helge Donath
Die Beerdigung des vorletzten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Frankreichs zieht weniger Menschen auf die Straße als angenommen. Georges Marchais war umstritten – und bleibt es noch nach seinem Tod ■ Aus Champigny Dorothea Hahn
In den Geschlechterverhältnissen spiegelt sich die nationale Identitätsfindung wider. Warum hält Deutschland immer noch am „Blutrecht“ fest? ■ Von Christina von Braun
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zögerten die Russinnen, Kinder zu bekommen. Seit der Wiederwahl Jelzins steigt die Zahl der Schwangerschaften. Viele hoffen auf ein Mindestmaß an Stabilität ■ Aus Moskau Klaus-Helge Donath