Der Welt ging es 2025 nicht gut: Klima, Trump, Nazis, zu viele Männer mit Knall an der Macht. Das vergangene Kontext-Jahr dagegen war aufregend, voller Veränderungen und mit einem Teenager in der Wachstumsphase.
Bosch hat einmal viel Wert auf soziale Verantwortung gelegt. Nun aber werden Standorte ohne Not dichtgemacht, Arbeitsplätze gestrichen. Die neue Boschwelt prägen Manager, die mit der alten nichts zu tun haben wollen. Und die sich praktischerweise selbst kontrollieren.
In Ulm, der Stadt der Rüstungsindustrie, laufen gerade die Friedenswochen. Der Einbruch in die dort ansässige israelische Rüstungsfirma Elbit gehörte nicht zum Programm, sorgt aber für Schlagzeilen. Es ist sogar von Terror die Rede.
Nun also Bosch in Leinfelden. Das Werk, in dem seit 70 Jahren Elektrowerkzeuge gebaut werden, soll bis Ende 2026 weg, sagt der Vorstand. Er will in Ungarn produzieren. Auch die Werkzeug-Fertigung im sächsischen Sebnitz will Bosch schließen. 500 Frauen und Männer verlieren ihre Arbeit. Dabei nagt der Konzern nicht gerade am Hungertuch.
Vor Kurzem hat Kontext berichtet, dass in Quellen nahe des Bad Wimpfener Solvay-Werks exorbitant hohe Werte der PFAS-Ewigkeitschemikalie TFA gefunden wurden. Jetzt wurde bekannt, dass Solvay nach einem Umweltskandal sein Werk im südfranzösischen Salindres geschlossen hat.
Der Krieg in der Ukraine tobt noch immer, Israels Armee hat Gaza in Schutt und Asche gelegt, die Bundesregierung ist implodiert, Trump ernsthaft wieder US-Präsident. 2024 war zum Gruseln. Außer bei Kontext, da gab es Zitronenkuchen, nette Fellnasen und einen lokaljournalistischen Coup. Der Kontext-Jahresrückblick.
Für Rumänien und Bulgarien herrscht endlich Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen. Schuld an der Hängepartie war die ÖVP Österreichs – aus innenpolitischen Gründen.
Der Waiblinger Sägen-Unternehmer Rüdiger Stihl will, dass ein vierspuriger Tunnel vor den Toren Stuttgarts gebaut wird. Eine aufwendige Werbekampagne gaukelt Naturverträglichkeit und Bürgerbeteiligung vor.
Die Autoindustrie in der Region Stuttgart schrumpft.Tausende Arbeitsplätze verschwinden und damit Wohlstand und Industrie. Das prognostiziert eine neue Studie des IMU-Instituts, die jüngst erstmals öffentlich vorgestellt wurde.
Ein Computer, der mit Licht statt Strom rechnet, und eine Prothese mit Gedankensteuerung: Das erst sechs Jahre alte Start-up Qant aus Stuttgart präsentiert zwei futuristische Prototypen. CEO und Physiker Michael Förtsch trägt einen fast größenwahnsinnigen Anspruch irritierend bescheiden vor.
Aus dem Unkrautvernichtungsmittel Flufenacet entsteht beim Gebrauch eine gefährliche Ewigkeitschemikalie. Deswegen will die EU das Pestizid jetzt verbieten. Die deutsche Agrarlobby weiß das zu verzögern.
Sie sind in Fleisch, Böden oder Muttermilch nachweisbar: PFAS. Industriechemikalien, die, einmal in der Umwelt, nicht mehr rausgefiltert werden können. Die Firma Solvay in Bad Wimpfen leitet jeden Tag 24 Kilo eines PFAS-Stoffs in den Neckar, der schon in Tröpfchenmengen hochgiftig ist. Genehmigt bis 2044.
Weil er sich für die Rechte afghanischer Frauen starkmacht, landet der Stuttgarter Aktivist Jama Maqsudi im Gefängnis der Taliban. Mit Zellengenossen diskutiert er über den Koran und erlebt überraschende Eingeständnisse.
In Schwaigern, westlich von Heilbronn gelegen, hat vor einiger Zeit eine Mega-Pilzzuchtfabrik aufgemacht. Mit dabei: Wiesenhof, jede Menge Fläche, die eigentlich geschützt werden sollte, und ein veritabler kommunalpolitischer Filz.
Mütter haben unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Anforderungen an die Politik: zuverlässige Kitas, gute Schulen und eine nachhaltige Politik für die Zukunft ihrer Kinder. Maha Shoukri und Kamila Khoja kämpfen zudem gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.