Baden-Württemberg sucht nach europäischen Partnern, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagt, „die unsere Werte teilen“. Konkret in der Wehr- und Sicherheitstechnik. Bei der letzten Auslandsreise des grünen MP verschwimmen die Grenzen zwischen Krieg und Frieden.
Die gern beworbenen Bosch-Werte wie Verantwortung, Vertrauen, Fairness werden derzeit nur von den Beschäftigten beachtet. Während der Konzern trotz guter Gewinne seine beiden Power-Tools-Werke dichtmachen will, fährt ein Dutzend Boschler aus Leinfelden nach Sebnitz. Dort kämpfen die Kolleg:innen um die letzten Industriearbeitsplätze in ihrer Region.
Nun also Bosch in Leinfelden. Das Werk, in dem seit 70 Jahren Elektrowerkzeuge gebaut werden, soll bis Ende 2026 weg, sagt der Vorstand. Er will in Ungarn produzieren. Auch die Werkzeug-Fertigung im sächsischen Sebnitz will Bosch schließen. 500 Frauen und Männer verlieren ihre Arbeit. Dabei nagt der Konzern nicht gerade am Hungertuch.
Das Narrativ der Rechten, an den deutschen Außengrenzen herrsche Chaos, ist grundfalsch. Dennoch beeinflusst es die Politik – und das zum schlechtesten Zeitpunkt.
Bei der Wiederaufbaukonferenz in Berlin geht es auch darum, Investoren für die Ukraine zu gewinnen. Die brauchen Sicherheit – ebenso wie die Bevölkerung.
Die Bilder von der Kapitänin, die mit der Sea-Watch Geflüchtete aus dem Mittelmeer rettete, gingen um die Welt. Heute ist Carola Rackete Linkenkandidatin für die Europawahl und demnächst zur 700. Montagsdemo gegen S 21 in Stuttgart. Über Bahnhöfe, Bauern und den Brandanschlag in Grünheide.
Selbstverständlich ist inakzeptabel, wenn eritreische Männer sich gegenseitig und zwischen die Fronten geratene Polizist:innen mit präparierten Holzlatten, Axtstielen und Fäusten traktieren. Nicht selbstverständlich ist, dass sogleich als billiger Reflex vielstimmig der Ruf nach schärferen Gesetzen und unverzüglicher Ausweisung ertönt.
Während Gemeinden und Krankenhäuser händeringend Ärzt:innen suchen, warten in Baden-Württemberg aktuell 3.000 ausländische Mediziner:innen darauf, ihren Job machen zu dürfen. Aufgehalten werden sie von einer beeindruckend komplizierten Bürokratie.
Weil die Deutsche Bahn den Stuttgarter Tiefbahnhof Ende 2025 auf Biegen und Brechen volldigitalisiert ans Netz bringen will, werden zentrale S-Bahn-Strecken für Wochen gesperrt. S-21-Fans weinen Krokodilstränen, und die Grünen in der Landesregierung müssen sich unangenehme Fragen gefallen lassen.
Die Debatte um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten schwelt weiter. Dabei sollte auch der themenarmen FDP klar sein, dass Atomkraftwerke Teil des Problems sind.
Über die mutige Berichterstattung aus Kriegsgebieten vom heimischen Schreibtisch aus zu beckmessern, das verbietet sich. Dringend notwendig ist jedoch, die schräge Tonlage zu beurteilen, die sich in Deutschland durch allzu viele mediale Kommentare, vor allem durch Interviews und Diskussionsrunden zieht.
Ging schnell: Die Deutsche Bahn hat nur fast hundert Jahre gebraucht, um die Südbahn zu elektrifizieren. Jetzt hat sie es geschafft. Seitdem kommt man auf die Insel in Lindau nur noch per Bus.