„Elitär“ gegen „kuschelig“

Heute Abend tragen die Bildungsexperten von CDU und Grünen ihren Streit aus: Dreigliedriges Schulsystem oder Gesamtschule nach finnischem Vorbild?

taz ■ Sichtlich unwohl fühlt sich Bremen als Schlusslicht im PISA-Ländervergleich – kein Wunder, dass alle Parteien das Schulsystem schleunigst umgestalten wollen. Über die Frage, nach welchem Muster die Schule der Zukunft gestrickt werden soll, besteht in der Bürgerschaft jedoch noch längst keine Einigkeit. Will man nun „Helsinki oder Hannover?“ – darüber wollen heute der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Dieter Mützelburg, und der CDU-Bildungsexperte Claas Rohmeyer streiten.

Die CDU setzt nach niedersächsischem Vorbild ganz auf die Wiedereinführung des dreigliedrigen Schulsystems. Bestehende Gesamtschulen sollen weiter existieren, werden von der CDU jedoch als zu „kuschelig“ kritisiert und sollen nicht mehr besonders gefördert werden. Erst im Januar verhinderte die Partei die Gründung einer neuen Gesamtschule in Kattenturm.

Ginge es nach den Christdemokraten, müsste sich jedes Bremer Kind nach der Grundschule für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium entscheiden. Hochbegabte SchülerInnen sollen frühzeitig gefördert werden.

Die Grünen finden das elitär und setzen dagegen auf die erfolgreichen skandinavischen Schulsysteme. Neun Jahre bleiben zum Beispiel finnische Kinder zusammen in einer Klasse, ehe sich die einen für die gymnasiale Oberstufe die anderen für eine Berufsausbildung entscheiden. Schlechte Schüler sollen durch den gemeinsamen Unterricht mit ihren besseren Klassenkameraden motiviert werden. Eine sechsjährige Grundschule für alle ist für die Grünen ein Schritt in diese Richtung. yml

Mittwoch, 19. März, um 19 Uhr, Haus der Bürgerschaft, Raum 2