Glässgen bekommt Nachschlag

Der Rundfunkrat wollte den Radio-Bremen-Streit in nicht-öffentlicher Sitzung behandeln

Der Intendant von Radio Bremen, Heinz Glässgen, wird nicht wie von ihm in einem vertraulichen Brief angekündigt im Dezember sein Amt niederlegen, sondern ab 1. 1. 2009 mit einem „Übergangsvertrag“ weitermachen. Der Vertrag soll zu dem Zeitpunkt enden, zu dem ein Nachfolger gefunden ist. Glässgen hat sich im Gegenzug volle Unterstützung der Politik und der Gremien von Radio Bremen zusichern lassen.

Dies wurde gestern am Rande der Sitzung des Rundfunkrates bekannt. Die klärende Aussprache mit Glässgen sollte gestern Abend am Ende der Rundfunkratssitzung in einem nicht öffentlichen Teil stattfinden. Öffentlich sagte die Rundfunkratsvorsitzende Eva-Maria Lemke-Schulte nur einen Satz: „Es gab eine Reihe von Turbulenzen.“ Intendant Heinz Glässgen berichtete ausführlich über Fußball-Verhandlungen der ARD. Lemke-Schulte wollte dann auch das Programm loben und erwähnte die „Übertragung der Christmette in Twistringen“ am 24. 12.. Sie meinte offenbar die Sendung des Weihnachts-Oratoriums, das (Samstag) in der Kirche von Lunsen aufgenommen wird.

Nach einer Stunde kam das Gremium dann zur Sache, nämlich zum Haushalt 2009. Während im August die Finanzplanung von Radio Bremen noch vor einem ausgeglichenen Etat für 2009 ausging, ist inzwischen ein Finanzloch von 1,7 Millionen Euro aufgetaucht. Gleichzeitig verhandelt Radio Bremen mit den ARD-Anstalten über eine Erhöhung des seit 2005 abgesenkten Finanzausgleichs. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten im Oktober 2008 ihre Erwartung formuliert, dass die ARD-Anstalten bis Ende 2009 eine „aufgabengerechte Finanzierung“ für Radio Bremen und den Saarländischen Rundfunk vorschlagen. Die beiden kleinen Anstalten setzen nun darauf, dass der Finanzausgleich wieder angehoben wird. „Wir müssen deutlich machen, dass das Geld nicht reicht“, kommentierte Glässgen den defizitären Haushaltsplan für 2009.

Der Verwaltungsrat von Radio Bremen wollte sich gleichzeitig wegen absehbarer Liquiditätsprobleme einen pauschalen Sperrvermerk genehmigen lassen. Dem hatte der Personalrat im Vorfeld der Sitzung widersprochen und erklärt, weitere Spar-Runden seien vollkommen undenkbar. Thomas von der Vring, Verwaltungsratsvorsitzender, erklärte gestern in der Sitzung des Rundfunkrates, dass er die Kritik akzeptiere und den Passus mit den „Sperrvermerken“ zurückziehe. kawe