: Parlament fordert Todesstrafen
14.000 inhaftierte Demonstrant*innen sollen hart bestraft werden
Irans Parlament hat staatlichen Medien zufolge mit großer Mehrheit harte Strafen bis hin zur Todesstrafe für inhaftierte Demonstrant*innen gefordert. In einer Erklärung am Sonntag forderten 227 von 290 Parlamentariern die Justiz auf, entsprechende Urteile zu fällen. Den Teilnehmer*innen der Proteste warfen sie „Krieg gegen Gott“ vor, was gemäß islamischem Recht die Todesstrafe zur Folge haben könnte. In der Erklärung hieß es der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge weiter: „Amerika und andere Feinde sind bei den Unruhen offen ins Feld getreten.“ Bereits vergangene Woche hatte Teheran seine Erzfeinde für die Proteste verantwortlich gemacht. Irans Justiz hatte angekündigt, keine Gnade zeigen zu wollen. Mehr als 14.000 Menschen sollen seit Beginn der Protestwelle festgenommen worden sein. In Iran werden jedes Jahr mehrere hundert Menschen hingerichtet. In keinem Land werden offiziell mehr Hinrichtungen dokumentiert. Bei der Erklärung handelte es sich zunächst jedoch um einen Appell. Dass tatsächlich Todesurteile in dem von den Parlamentariern geforderten Ausmaß ausgesprochen oder vollstreckt werden, gilt allerdings als unwahrscheinlich. (taz, dpa)
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen