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Stephanie Grimm hört auf den Sound der Stadt

Gleich zum Donnerstag die Qual der Wahl: spielen doch gleich zwei junge Frauen aus New York, die mit einer Freude die neunziger Jahre zitieren, wie sie wohl nur Nachgeborene aufbringen können. Da wäre zum einen die japanisch-amerikanische Songwriterin Mitski im Musik & Frieden (20.30 Uhr, Falckensteinstraße 48, 20,25 €), die auf zugängliche, erst auf den zweiten Blick eigenwillige Art dem seinerzeit bekenntnishaften Indierock-Genre einen neuen Dreh gibt. Bei ihr gibt es muntere Gedankenspiele über zwischenmenschliche Abgründe statt Emo-Innerlichkeit. Und kompositorisch Komplexes. Lindsey French aka Negative Gemini lässt sich dagegen eher von elektronischen Sounds der damaligen Zeit beeinflussen und bringt Breakbeats und balearische Sounds mit Pop-Melodien zusammen (Kantine am Berghain, 21 Uhr, Am Wriezener Bahnhof, 13,60 €).

Am Freitag lädt dann Chris Imler, die wohl coolste Socke unter den hiesigen Musikschaffenden (unter anderem spielt er Schlagzeug bei Oum Shatt und den Türen) zur Release Party seines zweiten Solowerks „Maschinen und Tiere“ ins Arkaoda (22 Uhr, Karl-Marx Platz 16, 11,20 €). In diese schön-schräge Welt kommen wir doch gerne mit!

Wohl eher behäbig wird es Montagabend in der Passionskirche. Dort gibt sich Don McLean die Ehre (19.30 Uhr, Marheinekeplatz 1, 70 €). Seine ausufernd-impressionistische Ballade „American Pie“ von 1971 hat ihn nicht nur reich gemacht, sie schaffte es bei der Wahl der bedeutendsten amerikanischen Lieder des 20. Jahrhunderts auf Platz 5. Auch heute noch nimmt ­McLean Songs auf, unlängst erschien das rührselige Alterswerk „Botanical Gardens“.

Bei BKA Theater assoziiert man ja nicht unbedingt Neue Musik. Aber genau das, nämlich experimentell Klangkünstlerisches, findet hier dienstags in der Reihe „Unerhörte Musik“ statt. An diesem Dienstag sind You and I am Start, das Soloprojekt der Bassklarinettistin Carola Schaal und der Violoncellistin Sonja Lena Schmid (Konzert 20.30 Uhr, Einführung 19.45 Uhr, Mehringdamm 34, 13 €/ermäßigt 9 €). Ansonsten sind die beiden beim popaffinen Hamburger Decoder Ensemble aktiv.

Apropos ungewöhnliche Ansätze: Wer die immer wieder tolle und vor allem immer wieder neu klingende Mary Ocher noch nicht live erlebt hat, sollte das unbedingt am Mittwoch im Arkaoda (22 Uhr, Karl-Marx Platz 16, 11,50 €) nachholen. Mit dieser Avantgarde-Garde-Songwriterin und Künstlerin kann man einfach nichts falsch machen. Noch so eine coole Socke des hiesigen Undergrounds!

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