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: Tante Prusseliese sucht nach den schönsten Spielsachen

Es ist an der Zeit, in Sachen drei kleine Schweinchen ein wenig Hintergrundrecherche zu betreiben. Erstens: Die drei kleinen Schweinchen wurden nicht von den Brüdern Grimm, sondern vom australischen Historiker Joseph Jacobs veröffentlicht, der übrigens (nach Cambridge) Ende des 19. Jahrhunderts auch eine Weile an der Universität zu Berlin studierte.

Zweitens: Die drei kleinen Schweinchen wurden von Walt Disney 1933 adaptiert und mit einem Oscar für den besten Kurzfilm prämiert. Ihre Namen lauteten damals Fiddler, Piper und Practical Pig, auf Deutsch Fiedler, Pfeifer und Schweinchen Schlau, nicht zu verwechseln mit Schweinchen Dick, im Original Porky Pig, das viel später in der Warner-Brothers-Cartoon-Serie „Looney Tunes“ auftauchte, in Deutschland sogar erst exakt am Samstag vor 38 Jahren: am 3. Januar 1972.

Drittens: Die Märchenbasis geht in verschlungenen Wegen zurück bis zu gemeinsamen Ursprüngen der Schweinchen und des Wolfs und der sieben Geißlein: Bei beiden Volksmärchen verschanzen sich die Opfer im Haus, und der Wolf verkörpert den Tod. Quintessenz des Märchens ist allerdings die in heutigen Zeiten etwas lahm klingende Weisheit, dass der Fleißige (der das aufwendige Steinhaus baut) am Ende weiter kommt als der Faule (der nur ein paar Strohhalme zusammenbindet bzw. Brettchen vernagelt).

Und viertens: Zilli, Billi und Willi heißt die Schweinchen-Variante der irischen Kinderbuchautorin und -illustratorin Elizabeth Shaw, die 1946 nach Berlin zog, hier nach vielen Veröffentlichungen im Ostberliner Kinderbuchverlag 1992 mit 72 Jahren starb und aus unerfindlichen Gründen auch eine komische Version von Schneewittchen gemacht hat, in der statt sieben Zwerge drei Bären auftauchen und der ganze Hintergrund mit dem Königshaus fehlt.

Puppentheater „Zilli, Billi, Willi“: ab 5. 1. bis 17. 1., Mo–Fr 10 Uhr, Sa/So 11/16 Uhr, ab 3 Jahre, Theater Mirakulum, Brunnenstraße 35