Velos Vielfalt

MESSE Anschauen, ausprobieren, mitmachen – mit dieser animierenden Mischung ist die Fahrradmesse VELOBerlin groß geworden. An diesem Wochenende feiert sie ihr erstes Jubiläum – zum Fünfjährigen

Die Messe wird fünf. Da wollen es die Veranstalter offensichtlich so richtig krachen lassen. Kein Kindergeburtstag, ein erlebnisreiches Fahrrad- und Mobilitätsevent ist angekündigt. Geführte Radtouren zum Messegelände, Filme, ein umfangreiches Rahmenprogramm. Mehr als 250 nationale und internationale Aussteller haben sich angesagt, und vieles von dem, was sie zeigen und vorführen, können die Besucher vor Ort auch fahren. „Alle Arten von Fahrrädern können ganz unkompliziert ausprobiert werden“, so Ulrike Saade, die mit ihrer Firma Velokonzept für Konzeption und Organisation verantwortlich ist. Vorhanden ist ein Mountainbike-Parcours, auf dem auch MTB-Weltmeister Marco Hösel mit seiner Trial-Show begeistern will. Außerdem gibt es einen Spezialrad-Parcours für Liegeräder, Lastenräder und Trikes und auch noch eine Outdoor-Strecke inklusive Steigung. Highlights? Eine Menge, sagt Ulrike Saade. Genau genommen all die Modelle, die auf ihrer Messe zu sehen sind.

Aber natürlich seien die motorunterstützten Fahrräder, die Pedelecs oder E-Bikes, schon eine besondere Kategorie, nicht nur aufgrund ihrer Technik. „Das ist die Mobilität von morgen, die es heute schon gibt und die sich längst durchgesetzt hat.“ Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) waren 2013 1,6 Millionen E-Bikes auf Deutschlands Straßen unterwegs – und es sollen immer mehr werden. Noch seien vorwiegend die Älteren, „die sogenannten Silver Ager“, die größte Gruppe unter den Käufern, vermeldet der ZIV, „doch dies ändert sich gerade.“ Genau, meint Marktbeobachterin Saade: Wachstum dank neuer Zielgruppen, die jetzt auch auf MTBs und Rennräder, aber natürlich auch auf City-Bikes „in jungem Design und mit eingebautem Rückenwind“ abfahren würden. „Was ja auch bedeutet: Das Auto bleibt immer häufiger stehen, und das E-Bike lässt den Radanteil größer werden.“

Das dürfte Riese & Müller, einer der Aussteller auf der VELOBerlin, durchaus unterschreiben können. Das Unternehmen hat sich einen Namen gemacht mit gefederten Fahrrädern. Und vor ein paar Jahren begonnen, fast sämtliche seiner Modelle mit Bosch-Motor auszurüsten. Darunter jetzt auch ein Transportrad mit gleich fünf Ausstattungsvarianten.

Ein Cargo-Bike spielt auch am Samstagabend eine tragende Rolle. Ein mobiles Radkino transportiert damit sein komplettes Equipment und lädt zum Mitradeln ein. Hier und da will man anhalten, um an Berliner Hauswänden eine Auswahl von Fahrrad-Kurzfilmen zu zeigen. Hinter dieser Aktion stecken „Philipp und Marten, zwei ganz normale Jungs“, wie sie sich gern vorstellen. Sie kommen aus Rostock, sind dort im Sommer mit Transportrad und Leinwand häufig unterwegs, produzieren mit ihrer Firma Auguste 86 aber vor allem ausgefallene Radbekleidung und Radtaschen sowie andere pfiffige Utensilien.

Die beiden Rostocker und noch einige mehr repräsentieren auf der VELOBerlin das, was für die Fahrradbranche seit Jahren typisch ist: die jungen Kreativen. Sie sind umweltbewusst, lieben das Fahrrad und sind zudem fähig, ihre Ideen umzusetzen. Verständlich, dass auf dieser Messe auch die taz zu finden ist. Sie zählt wie in den vergangenen Jahren zu den Partnern der Veranstaltung, ist auch diesmal wieder mit eigenem Stand vertreten und stellt einige Modelle des taz-Fahrrads vor. Und auch die können natürlich ausprobiert werden. HD

VELOBerlin 2015: Messe Berlin, Sa./So. 10–18 Uhr Stand der taz: Halle 12 Infos: http://veloberlin.com