Mehr Illegale in den USA

BERLIN taz ■ In den USA leben weit mehr illegale Immigranten als bislang angenommen. Einem Bericht der Washington Post zufolge ist die Regierung bisher von 6 Millionen Menschen ausgegangen, die ohne Papiere im Land leben. Nun hätten aber die Ergebnisse der Volkszählung im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Zahl wesentlich höher liegt. Zwar seien sich die Experten nicht einig, wie viele Illegale es gäbe, ihren Schätzungen zufolge läge die wirkliche Zahl aber bei 9 oder 11 Millionen oder noch höher. So habe sich beispielsweise bei der Volkszählung herausgestellt, dass nicht 32,5 Millionen Hispanics in den USA lebten, sondern 35,3 Millionen.

Die Anwesenheit von mehreren Millionen Menschen mehr als angenommen habe erhebliche politische Konsequenzen, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Mögliche Folgen könnten strengere Grenzkontrollen oder Visabestimmungen sein. Außerdem könnte die höhere Zahl an Illegalen eine Erklärung dafür bieten, warum die Zahl der Arbeitslosen langsamer gefallen sei, als es angesichts der Zunahme von Arbeitsplätzen zu erwarten war. Die aufgetretene Diskrepanz biete auch ein Erklärungsmuster dafür, dass die Löhne nicht in dem Maße stärker gestiegen sind, wie die Arbeitslosenrate zurückgegangen sei.