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Anwalt Schnur droht Entzug der Zulassung

Dem Ostberliner Anwalt Wolfgang Schnur, der 1990 als langjähriger Stasi-Mitarbeiter enttarnt worden war, droht jetzt der Entzug seiner Rechtsanwaltszulassung. Wie die Justizverwaltung gestern sagte, rechnet die Behörde in Kürze mit einer Stellungnahme der Anwaltskammer zur Tätigkeit von Rechtsanwalt Schnur in der DDR. Sollte sich in dem Schreiben der Verdacht der „Unwürdigkeit“ Schnurs im Sinne des Paragraphen 1 des Gesetzes über Rechtsanwaltszulassungen bestätigen, werde die Justizverwaltung die Zulassung per Bescheid zurücknehmen, sagte Justizsprecherin Uta Fölster. Vor einer Entscheidung über den Entzug der Anwaltszulassung müsse die Justizverwaltung jedoch die Anwaltskammer anhören. Schnur, der nach der Wende die Partei „Demokratischer Aufbruch“ gegründet hatte, wäre der erste der 670 DDR- Rechtsanwälte in Berlin, dem seine Zulassung entzogen wird. Die Anwaltskammer soll ihm in insgesamt 27 Fällen „konkreten, schwerwiegenden Mandantenverrat“ nachweisen können. Zu DDR-Zeiten hatte Schnur vorwiegend Wehrdienstverweigerer und Regimekritiker aus Kirchenkreisen vertreten.

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