piwik no script img

Anton Hofreiter über den Bahnskandal"Es gab weitere Fälle"

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Anton Hofreiter, hat selber interne Protokolle der Bahn online gestellt. Zu recht, sagt er, und fordert auch den Rücktritt des Verkehrsministers.

Interview von

Stephan Kosch

taz: Herr Hofreiter, Sie haben offenbar keine Angst vor den Anwälten der Bahn.

Anton Hofreiter: Warum sollte ich?

Weil sie ein internes Protokoll über die Rasterfahndung der Bahn auf ihrer Homepage Asyl anbieten. Und das, nachdem die Bahn den Blogger Markus Beckedahl deswegen abgemahnt hat.

Erstens genieße ich bis zu einem gewissen Grade Immunität. Und zweitens soll Herr Mehdorn ruhig mal probieren, einen Abgeordneten in so einem Fall abzumahnen. Das wird sein Renommee nicht verbessern.

Aber es handelt sich schon um ein internes Papier, das dem Verkehrsausschuss des Bundestages zu Verfügung gestellt wurde.

So intern ist das auch nicht mehr, schließlich kann man vieles davon in Zeitungen und im Internet lesen. Und außerdem sollen sich die Menschen doch mal ihr eigenes Bild über den Umgang der Bahnführung mit ihren Mitarbeitern machen.

Sie haben sich Ihr Bild gemacht?

Wir wissen ja schon länger, dass bei der Bahn so einiges im Argen liegt. Und es ist schon interessant zu lesen, dass selbst die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen werden. Zumal dieses Dokument ja nur einen kleinen Ausschnitt zeigt.

Es geht also nicht nur um die neun Schnüffelaktionen, die in dem besagten Protokoll stehen?

Nach allem, was wir wissen, geht es um 43 solcher Aufträge, die die Bahn vergeben hat. Wobei es unklar ist, ob die alle über die Firma Network Deutschland oder auch über Subunternehmer abgewickelt wurden.

Wir müssen uns also darauf einstellen, dass noch weitere Skandale bekannt werden?

Es gab auf jeden Fall noch weitere Aufträge, über die noch nichts bekannt ist.

Und wenn Bahn-Chef Hartmut Mehdorn auch hier mit Abmahnungen droht?

Die ganze Aktion ist doch nur peinlich für ihn. Er soll sich darauf konzentrieren, dass die ganze Sache aufgeklärt wird, sich bei seinen Mitarbeitern ausdrücklich entschuldigen - und dann seinen Hut nehmen.

Wann wird Mehdorn gehen? Offenbar ist auch der Verkehrsminister ziemlich verärgert.

Der hat ja auch noch eine Rechnung offen und könnte durch einen Mehdorn-Rücktritt Profil gewinnen. Aber im Prinzip trägt er als Minister doch die politische Verantwortung für die Vorgänge.

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee sollte also gleich mit Mehdorn zurücktreten?

Ach ja, eigentlich sollten sie beide gehen.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

4 Kommentare

 / 
  • R
    reisender

    ach wie wär das schön

    würd ich mehdorn gehen sehn!

    seit jahren warte ich darauf, dass dieser aus seinem amt entfernt wird und die bahn wieder politik für die menschen macht.

    leider wird wohl nix draus, und auch die a....kriecher die diese raupe nimmersatt so lange am leben erhalten haben werden das ganze schon irgendwie aussitzen.

  • R
    reisender

    ach wie wär das schön

    würd ich mehdorn gehen sehn!

    seit jahren warte ich darauf, dass dieser aus seinem amt entfernt wird und die bahn wieder politik für die menschen macht.

    leider wird wohl nix draus, und auch die a....kriecher die diese raupe nimmersatt so lange am leben erhalten haben werden das ganze schon irgendwie aussitzen.

  • P
    pekerst

    "Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Anton Hofreiter..." Wenn diese Formulierung richtig wäre, hätten die Grünen nur einen Bundestagsabgeordneten. Richtig wäre gewesen: Anton Hofreiter, Bundestagsabgeordneter der Grünen...

  • R
    reisender

    ach wie wär das schön

    würd ich mehdorn gehen sehn!

    seit jahren warte ich darauf, dass dieser aus seinem amt entfernt wird und die bahn wieder politik für die menschen macht.

    leider wird wohl nix draus, und auch die a....kriecher die diese raupe nimmersatt so lange am leben erhalten haben werden das ganze schon irgendwie aussitzen.