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Anke Gebert: „Hunde, die bellen“

Ein Alptraum mitten im Alltag: eine unverheiratete, studierende Mutter beantragt Sozialhilfe. Der unauffällige Sachbearbeiter auf dem Sozialamt gibt dem Antrag statt. Die Unterstützung fließt. Doris und ihr Lebensgefährte Frank freuen sich – Franks Verdienst hat vorne und hinten nicht für die Kleinfamilie gereicht. Was Doris und Frank nicht wissen: Sachbearbeiter Wolfgang führt ein Doppelleben. Eines Abends wird Doris auf dem Nachhauseweg überfallen: „Ihr haltet doch sonst alle brav hin. Ich muß dafür bezahlen. Jetzt hole ich mir, was mir zusteht . . .“, keucht der Fremde. – In den 24 Stunden nach dem mißglücktem Angriff zieht der Täter sein Netz immer enger um Doris. Bedroht sie am Telefon. Doris ahnt, daß der Angreifer identisch mit dem anonymen Anrufer sein muß, der sie seit Monaten belästigt. Sie erinnert sich an den Mann beim Sozialamt . . .

So verläuft Anke Geberts Krimi „Hunde, die beißen“. Von Beginn an erzeugt die Autorin eine unheilsschwangere Stimmung. Sie kriecht mal in die verschrobenen Gedanken des Täters, einem von Putz- und Ordnungszwang besessenen Muttersöhnchen. Oder sie zeichnet das angstvolle Zweifeln der Studentin Doris nach, das langsam einer entsetzlichen Erkenntnis weicht. Täter wie Opfer rücken durch die einfühlsame Erzählweise zusammen: beider Gedanken erscheinen ähnlich schlüssig. Dabei ist Anke Geberts Stil knapp, frei von überladenen Bildern: kurze Sätze, karge Wortwahl. Mit präzisen Beschreibungen läßt die Autorin ein glaubwürdiges Ambiente um die Hauptfiguren entstehen. Es ist der Wirklichkeit der Leser täuschend ähnlich. In das große Show-down platzt unvermittelt der Schluß der Erzählung. Und verleiht so dem Kurz-Thriller den letzten Schliff. Ute Brandenburger

Anke Gebert: „Hunde, die bellen“, Edition Galgenberg bei Rasch und Röhring Verlag, 104 Seiten, DM 29,80 Mark.

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