: Amazons viele Gesichter
Jeff Bezos’ Reich heute: Verlag, Frachtunternehmen, Supermarkt und Steuertrickser
Zahlen
Im Jahr 1994 gründete Jeffrey Preston Bezos Amazon.com als Onlinebuchhandel. Heute beschäftigt das Unternehmen 647.500 Menschen weltweit und hat im vergangenen Jahr 232 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht.
Sprachen
Amazon gibt es über 16 verschiedene Websites. Wenn für ein Land keine eigene Website besteht, bestellen KundInnen einfach beim Nachbarn. So können KundInnen in Polen zum Beispiel über die deutsche Website bestellen. Die gibt es auch als polnische Sprachversion, inklusive Kundensupport. Vier große Logistikzentren stehen in Polen.
Tricks
Amazon ist wie andere Tech-Firmen auch ein Profi in Steuervermeidung. So versteuerte Amazon lange seine Geschäfte in Deutschland über das luxemburgische Unternehmen Amazon EU S.à.r.l. Durch Deals mit den dortigen Steuerbehörden bezahlte das Unternehmen weniger als 1 Prozent Steuern auf seine Gewinne. Aufgeschreckt durch Maßnahmen der EU-Kommission, versteuert Amazon seit Mai 2015 seine Gewinne in Deutschland über eine deutsche Tochter. Die Steuereinnahmen bleiben aber niedrig, da das Unternehmen seine Gewinne durch Investitionen klein hält.
Läden
Amazon ist schon lange kein reiner Versandhandel mehr. Mittlerweile bietet Amazon Waren auch klassisch in eigenen Läden an. Für Lebensmittel hat der Konzern die Kette Amazon Go gegründet. Sie ist derzeit mit 13 Supermärkten in den Vereinigten Staaten vertreten. Sie kommen ohne Kassen aus. Sogar 19 Buchläden hat der als Buchladenkiller verschmähte Konzern seit 2017 in den USA eröffnet.
Sparten
Als Onlinebuchhandel gestartet, hat Amazon seit 2009 auch einen eigenen Verlag: Amazon Publishing. Auch in anderen Bereichen baut Amazon eigene Strukturen auf. So verfügt das Unternehmen mit Amazon Prime Air über eine eigene Frachtfluggesellschaft, mit einer Flotte von 29 Flugzeugen. Niklas Münch
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen