: Alte Pauker für kleine Klassen
■ GEW-Umfrage: Ältere Kollegen leiden unter den Problemkindern
: Ältere Kollegen leiden unter den Problemkindern
Seit längerem ist bekannt: Hamburgs Pauker bekommen langsam, aber sicher alle graue Haare. Weil die Schulbehörde in den 80er Jahren so gut wie keine jungen Kollegen einstellte, dominieren die 44- bis 52jährigen Kollegen in den Lehrerzimmern. Das Durchschnittsalter liegt heute bei 47 Jahren.
Die Hamburger GEW hat jetzt eine Umfrage unter 450 Lehrern durchgeführt, die seit mehr als einem Jahrzehnt in den Klassenzimmern ausharren. Ergebnis: Jeder zweite Lehrer kommt mit den Schülern nicht zurecht. Auf die Frage „Was kostet mich im Alltag am meisten Kraft?“ werden „zu komplizierte, problembeladene Kinder“ und „destruktives, unsoziales Schülerverhalten“ an erster und zweiter Stelle genannt. „Schwer zu motivierende, desinteressierte Schüler“ und „Lärm und Unruhe in der Klasse“ werden weiter beklagt.
„Je älter man wird, desto schwieriger wird es, mit diesen wuseligen kleinen Kindern zurecht zu kommen“, erklärt sich GEW-Chef Hans Peter de Lorent das Ergebnis. Es sei eben dringend geboten, junge, unverbrauchte Kollegen einzustellen, die mit mehr Kraft und Kreativität an die Sache gingen. Den Hamburger GEW-Vorsitzenden verwundert denn auch nicht, daß traditionelle gewerkschaftliche Forderungen wie „kleinere Klassen“ und „Arbeitszeitverkürzung“ auf die Frage, was sich verbessern müßte, an erster Stelle genannt wurden. Zudem sollte es mehr Fortbildung mit Entlastung und Kooperationsbereitschaft im Kollegium geben. Auch nach Supervision und Anti-Burnout-Seminaren wird verlangt.
Interessant für die Autonomie- Diskussion: „Undemokratische Strukturen, unfähige Schulleiter“ und „Bürokratie“ wurden so gut wie nie beklagt. „Mehr Autonomie“ forderten nur 13 Lehrer. kaj
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