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Alles flau auf dem Bau

■ Ifo erwartet Investitionsrückgang in deutscher Wirtschaft

München (dpa/taz) – Zu einem massiven Investitionsrückgang wird es 1993 in der westdeutschen Industrie kommen, prophezeit das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung (München) in seinem jüngsten Investitionstest. Erstmals seit acht Jahren kürzt auch die westdeutsche Bauwirtschaft ihre Investitionsbudgets.

Die Industrieunternehmen werden ihre Investitionen in Westdeutschland mit 14 Prozent noch stärker zurücknehmen als im Vorjahr, heißt es in dem Bericht. Real wird sogar ein Rückgang um 16 Prozent erwartet.

1992 haben die Firmen mit rund 93,5 Milliarden Mark gut sechs Prozent weniger investiert als 1991. Spürbar gekürzt wurde in allen Hauptbereichen, aber am stärksten im Bereich Investitionsgüter.

Die Abschwächung der Baukonjunktur hat sich laut den Ifo- Ergebnissen in den Investitionsplänen der Bauunternehmen für 1993 deutlich niedergeschlagen. Erstmals seit 1985 ist wieder mit einer Reduzierung der Investitionsausgaben zu rechnen, die auf zehn Prozent veranschlagt wird. Die Bauproduktion dürfte real nur noch um 1,5 Prozent steigen – nach 5,6 Prozent 1992.

Noch 1992 reagierten die westdeutschen Bauunternehmen auf die unerwartet starke Ausweitung der Bautätigkeit mit einer Steigerung ihrer Investitionstätigkeit um fast neun Prozent. Das vorherrschende Investitionsmotiv sei 1993 nicht mehr die Kapazitätserweiterung, sondern die Ersatzbeschaffung und Rationalisierung, schreibt das Institut.

Dennoch wird die Expansion der ostdeutschen Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr nach wie vor von der Bauwirtschaft getragen, die in direkter oder indirekter Weise von der Bereitstellung staatlicher Mittel abhängt.

Die Gesamtsituation der ostdeutschen Industrie hat sich trotz rascher Modernisierung vieler Anlagen und der Inbetriebnahme neuer Fabriken jedoch kaum verbessert, da der Aufbau des Kapitalstocks viel öffentliches Geld kostet. Die Lohnstückkosten steigen 1993 noch einmal deutlich stärker als im Westen.

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