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Ächten statt begrenzen

■ AtomgegnerInnen wollen Änderung des Atomwaffensperrvertrages

Bonn (taz) – Gegen eine unbefristete und unveränderte Verlängerung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen (Atomwaffensperrvertrag) haben sich gestern in Bonn 15 Organisationen, die in der „Kampagne Atomwaffen abschaffen“ zusammengeschlossen sind, ausgesprochen. Ulrich Gottstein, der die deutsche Sektion der Internationalen ÄrztInnen für die Verhütung des Atomkriegs vertritt, erklärte diese Haltung: „Ziel des Vertrages von 1970 war der Stopp der nuklearen Aufrüstung, in Wirklichkeit hat sich die Zahl der Atomwaffen aber fast verdoppelt.“ Seinen Angaben zufolge gibt es heute weltweit 48.000 nukleare Sprengköpfe.

Um einen echten Beitrag zur Nichtverbreitung zu leisten, muß nach Meinung von Wolfgang Liebert, Vertreter der Naturwissenschaftler-Initiative „Verantwortung für den Frieden“, der Weg geebnet werden für eine internationale Ächtung der Atomwaffen ähnlich der Konventionen zu biologischen und chemischen Waffen. Das Argument der Abschreckung ließ er nicht gelten: „Die konventionellen Waffen reichen dazu völlig aus.“ Liebert forderte ein Produktionsverbot für waffenfähiges Nuklearmaterial und einen totalen Verzicht auf die Nutzung von Plutonium im zivilen Bereich. Es müsse bedacht werden, daß zivil genutztes Material auch zu militärischen Zwecken verwendet werden könne. Am 17. April beginnen die Verhandlungen über die Verlängerung des Atomwaffensperrvertrages. Kirstin Hausen

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