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Abwickler wider Willen

■ Abgeordnete diskutierten Uni-Abbau

Noch steht der Fachbereich Architektur an der HdK mit seinem Protest gegen die drohende Abwicklung allein auf weiter Flur. Solange der Wissenschaftssenator seine Abschußliste noch nicht publik gemacht hat, wagt sich kein anderer Fachbereich aus der Deckung. Gestern waren Architektur- Studierende und der Dekan Peter Bayerer in den Wissenschaftsausschuß gekommen, um aus dem Mund von Manfred Erhardt selbst zu erfahren, was Sache ist. Der Ausflug hatte sich nicht gelohnt. „Eigentlich hat der Senator nur gesagt, wo man in Berlin Architektur studieren kann“, sagte Bayerer nach der Sitzung enttäuscht.

Immerhin machte Erhardt deutlich, daß der vom Hauptausschuß verordnete „Abbau von Mehrfachangeboten“ nicht seine Herzenssache ist. „Der Auftrag geht vom Parlament aus“, verwies er lustlos auf den Beschluß vom vergangenen November. Offenkundig mag er sich nicht noch kurz vor seinem Wechsel zum Stifterverband der Deutschen Wissenschaft als Abwickler einen Namen machen. „Der Wissenschaftssenator hat von sich aus kein Interesse, irgend etwas abzuwickeln. Wenn wir genügend Geld hätten, könnten sich alle Mehrfachangebote dadurch legitimieren, daß sie eigene Schwerpunkte setzen“, erklärte Erhardt. Das Geheimnis, welche Fächer auf der „Giftliste“ stehen werden, mochte Erhardt noch nicht lüften. Es bleibe bei der Frist bis zum 31. März, zunächst müsse der Senat über seinen Bericht beraten und beschließen, beschied der Senator.

Wie von der Pressestelle der FU zu erfahren war, hat FU-Präsident Johann Wilhelm Gerlach das für gestern angekündigte, abschließende Gespräch der Uni-Präsidenten mit dem Wissenschaftssenator abgesagt. Durch die Presseveröffentlichungen über die geplanten Einschnitte in der vergangenen Woche sei die Unterredung hinfällig geworden. Zudem hätten auch TU-Präsident Dieter Schumann und HU-Präsidentin Marlis Dürkop keine Zeit gehabt, um sich mit Erhardt zu treffen. Damit wird der Terminplan des Senators möglicherweise wieder hinfällig. Ralph Bollmann

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