: Abschalten jetzt!
■ betr.: „Endlager jetzt!“ taz vom 28. 1. 95
[...] Wer gerne ein AKW-Gegner sein möchte, sollte als Frankfurter Journalist wenigstens:
1. manchmal bei Aktionen am AKW Biblis präsent sein und
2. ab und zu die Schriften der AKW-GegnerInnen lesen.
Dort hätte er erfahren, warum über ein Endlager erst nach der Stillegung der AKWs nachgedacht werden kann. Eines der Probleme ist die Menge an Atommüll. Solange die AKWs in Betrieb sind, produzieren sie immer mehr Müll. Erst nach ihrem Abschalten kann die Größe des benötigten, sicheren Endlagers abgeschätzt werden.
Vor fast 30 Jahren wurde der Bauplatz in Wyhl besetzt. Damals wäre es noch möglich gewesen, den Müll statt in Glas in Gold einzuschließen, was die Sicherheit beim Lagern drastisch erhöht. Heute reichen die gesamten Goldvorräte dafür nicht mehr aus. Ohne Abschaltung läuft eine Endlagerdebatte immer unter der Prämisse „Hauptsache groß“, deshalb: Abschalten jetzt! Georg Dombrowe, Darmstadt
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen