Absatz der Öko-Limo gesunken: Verbraucher strafen Bionade ab
Mit der ordentlichen Preiserhöhung für Bionade im vergangenen Jahr waren die Kunden so gar nicht einverstanden. Ein Fünftel weniger Biobrause hat der Hersteller deshalb verkauft.
BERLIN taz | Die Kunden haben den Ökobrausen-Hersteller Bionade für die Preiserhöhung um mehr als 30 Prozent im vergangenen Sommer massiv abgestraft: 2008 verkaufte das bayerische Unternehmen mit 160 Millionen Flaschen ein Fünftel weniger als im Vorjahr, wie aus Firmenangaben vom Montag hervorgeht. Der Rückgang sei so groß gewesen, dass auch der Umsatz trotz der höheren Preise sank, sagte Geschäftsführer Manfred Ziegler der taz.
Ziegler spricht lediglich von einem "kleinen Einbruch", der bis Januar dieses Jahres angehalten habe. "Die Zahlen liegen aber immer noch unter dem Niveau vor der Preiserhöhung." Bionade hatte den Preis für eine 0,33-Liter-Flasche um 15 Cent angehoben. Endkunden zahlen seitdem im Handel etwa 80 Cent.
Über die Schuld an dem Fiasko streiten sich nun Mehrheitsgesellschafter RhönSprudel und die Gründerfamilie Leipold/Kowalsky in der Presse. Peter Kowalsky sagte dem Spiegel über die Preiserhöhung in Deutschland: "Wir allein hätten es in mehreren Schritten gemacht, nicht so, dass man dem Verbraucher frontal eine in die Schnauze haut."
Und weiter: "Es tut uns unendlich leid, dass wir von manchen als raffgierig angesehen werden." Laut Spiegel setzte der von RhönSprudel entsandte Ziegler die Preiserhöhungen durch - wohl auf Druck der Banken. RhönSprudel sei in "finanzielle Turbulenzen" geraten. Nun wollten die Banken, dass die Firma ihre 51 Prozent an der Bionade GmbH verkauft.
"Die RhönSprudel-Gruppe steht auf absolut soliden finanziellen und wirtschaftlichen Beinen", sagt Ziegler. Er bestreitet, dass RhönSprudel die Gründerfamilie zur Preiserhöhung gedrängt habe. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Erst danach habe Kowalsky die schrittweise Erhöhung gewollt. JMA
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