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73 Kirchen-Mitarbeiter waren IM

■ Stasi-Überprüfungsausschuß der Kirche beendet Arbeit

In der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg sind mindestens 73 Personen als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi geführt worden, davon 41 PfarrerInnen. Der Stasi-Überprüfungsausschuß der Landeskirche legte am Wochenende der Landessynode nach dreijähriger Arbeit einen Bericht vor, in dem es weiter heißt, in 15 Fällen seien dabei disziplinarische Maßnahmen empfohlen oder „anheimgestellt“ worden. Die Synode beschloß am Sonntag, der Ausschuß solle Ende Juni seine Arbeit beenden. Künftigen Stasi-Vorwürfen gegen kirchliche Mitarbeiter sollten zwei Vertrauenspersonen nachgehen.

In der Generalaussprache der Synode über den Bericht von Bischof Huber äußerten mehrere Redner Kritik an der Entscheidung der Kirchenleitung, auf disziplinarische Maßnahmen gegen den früheren Konsistorialpräsidenten und heutigen brandenburgischen Ministerpräsidenten Stolpe (SPD) zu verzichten. Dessen langjährige Stasi-Kontakte waren zwar mißbilligt worden. Auf Disziplinarmaßnahmen wurde aber „in Würdigung der gesamten Wirksamkeit“ Stolpes verzichtet. Andere Synodale erklärten, diejenigen, die lange Jahre mit Stolpe zusammenarbeiteten, hätten ihn als hilfreich und verläßlich erlebt.

Bischof Huber warnte im SFB davor, unter die Debatte über die kirchlichen Stasi-Verstrickungen einen Schlußstrich zu ziehen. Sie hätten zwar nicht die Eigenständigkeit der Kirche untergraben. Das Zwielicht, in das sich kirchliche MitarbeiterInnen begeben hätten, beschädige aber das Bild der Kirche „als einer Instanz, die der Wahrheit und dem unverstellten Bekenntnis zur Wahrheit verpflichtet ist“. epd

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