50 Prozent mehr Asylanträge: Jeder zweite wird abgelehnt
Die Zahl der Asylbewerber ist im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Es kommen mehr Flüchtlinge aus Afghanistan, Serbien, Iran, Mazedonien, Somalia und Irak.
NÜRNBERG/BERLIN dpa | Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland hat im Jahr 2010 sprunghaft zugenommen. Im Vergleich zu 2009 hätten im vergangenen Jahr 41.332 Männer und Frauen in der Bundesrepublik einen Asylantrag gestellt - dies seien etwa 50 Prozent mehr als im Jahr 2009, teilte das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mit. Nach dem Tiefstand im Jahr 2007 mit damals 19 164 Erstanträgen sei damit die Zahl der Asylsuchenden im dritten Jahr in Folge gestiegen.
Die Steigerung sei im Wesentlichen auf den verstärkten Zustrom Asylsuchender aus Afghanistan, Serbien, dem Iran, Mazedonien und Somalia zurückzuführen, betonte das Ministerium. Auch bei Irakern verzeichne das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weiterhin hohe Zugangszahlen.
Allerdings seien im vergangenen Jahr lediglich 7704 Männer, Frauen und Kinder als politische Flüchtlinge anerkannt worden, dies entspreche 16 Prozent aller Asylbewerber. Weitere 2691 Personen, 5,6 Prozent, kamen in den Genuss eines Abschiebeschutzes.
Nach den Worten von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) können politisch Verfolgte weiter darauf vertrauen, in Deutschland Asyl zu finden. Im Jahr 2010 hätten allerdings vermehrt Personen aus Serbien und Mazedonien um Asyl nachgesucht, die die Voraussetzung dafür nicht erfüllt hätten.
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