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5 plagen, die über uns gekommen sind

1 Die Mücke schreit Hurra

„Die Mücke schreit Hurra“, sagte Doreen Werner diese Woche der Presse. Werner ist Schnakologin, äh, Entomologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Das Wetter wird in den kommenden Wochen wieder warm (zu warm!) mit Regenfällen, ideale Bedingungen also für die Blutsaugerbrut. Ex­per­t:in­nen in Bayern warnen vor einer regelrechten Plage der Gemeinen Hausmücke. Wir aber warnen vor Plagen biblischer Dimension!

2 Die Heuschrecke ist pink

Da lachen Sie jetzt und halten uns für US-Fundamentalist:innen oder für paranoid. Doch wie soll man denn nicht die Strafen Gottes, der Allmächtigen, fürchten angesichts des Eichenprozessionsspinners. Oder der leuchtend pinken Heuschrecke, die ein Biologe gerade in Nordwestmecklenburg gefunden hat. Eine Heuschrecke! Wie im Buche Exodus! Und dann auch noch pink! Da kann die Naturwissenschaft viel von genetischer Besonderheit mit vielen roten Pigmenten (Erythrismus) reden. Wir glauben: Das Ende ist nah!

3 Die Heiden werden verhagelt

Ob die pinke Heuschrecke den golfballgroßen Hagel überlebt hat, der diese Woche in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vom Himmel fiel, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall zertrümmerte er Autoscheiben und Dächer. Und hören Sie jetzt bloß auf mit zunehmenden Wetterextremen in Zeiten der Klimakrise. Wir sagen: Hätten sich diese Heiden nördlich des Limes früher bekehren lassen, sie wären glücklicher, sie blieben verschont.

4 Der Himmel wird zappenduster

„Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, dass eine solche Finsternis werde, dass man sie greifen kann.“ So steht es in der Thora. Jaja, schon gut, diese Woche war es nicht besonders finster. Aber! Am 12. August wird sich die Mondscheibe über die Sonne schieben, über Island und Spanien wird sogar eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein. Wir vermuten, weil in Reykjavík die Frauen regieren und in Madrid ein Sozialist.

5 Der Erstgeborene ist tot

Und was ist mit der letzten Plage im Buche Exodus, dem Tod der Erstgeborenen, mit dem die Allmächtige den tyrannischen Pharao und sein Volk schlug? Nun ja. Zwar ist diese Woche US-Senator Lindsey Graham gestorben, der war der Erstgeborene seiner Eltern und ein treuer Diener seines Herrschers. Wir aber würden da niemals eine Parallele herstellen. Dass seine jüngere Schwester jetzt Grahams Mandat übernimmt, ist total demokratisch, völlig normal und nur ein bisserl dynastisch. Wir wünschen ihr eine glückliche Hand und den Segen der Ewigen. Wir glauben, alles andere wäre pietätlos. (sah)

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen