5 dinge, die wir gelernt haben:
1 Nicht jede Trump-Drohung führt zum sofortigen Weltuntergang
Wir sind bescheiden geworden. Sehr bescheiden. Außenminister Johann Wadephul sprach sicher vielen aus der Seele, als er aufseufzte: „Endlich eine frohe Botschaft auch aus der Politik!“ Was ihn so sehr erfreute, war der überraschend gnädige, vorläufige Verzicht des US-Präsidenten auf die Auslöschung der Zivilisation im 90-Millionen-Land Iran, die er kurz nach Ostern angedroht hatte. Toll, oder? Ein doch nicht erfolgter Massenmord ist heute eine frohe Kunde. Aber die Trump-Skala der vulgären Wutbeben bleibt nach oben offen, und man weiß nie, was in einer Stunde noch gilt.
2 Auslandsurlaub bleibt erlaubt
Die schlimmste Drohung, die in dieser Woche in Deutschland diskutiert wurde, war die Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte von Männern, die im wehrpflichtigen Alter sind, trotzdem verreisen wollen und nun in leichte Panik gerieten – bis dem Kriegstüchtigkeitsminister auffiel, dass es ja derzeit gar keine Wehrpflicht gibt, also auch kein wehrpflichtiges Alter und demzufolge doch auch keine Auslandsreisengenehmigungsantragspflicht. Noch nicht.
3 Ein altes Schlachtross zieht in die Schlammschlacht
In den deutschen Küstenrandgebieten geht es turbulent zu. Nach einem Wolf in Hamburg und einem Wal am Ostseestrand ist jetzt in Schleswig-Holstein auch noch Wolfgang Kubicki aus der Versenkung aufgetaucht. Seine Ankündigung, für den Vorsitz der längst tot geglaubten FDP (Fast Drei Prozent) kandidieren zu wollen, empfand nicht nur seine Rivalin Agnes Strack-Zimmermann als schlimme Drohung und bezeichnete Kubicki als „altes Schlachtross“, das die Liberalen nicht in die Zukunft führen könne, worauf dieses wie aus der Pistole geschossen reagierte: „Lieber ein altes Schlachtross als ein lahmes Steckenpferd.“ Das kann bis zur Wahl im Mai noch heiter werden.
4 Der Benzinpreis droht zu sinken
Schlechte Nachricht für Freunde der schwarzen Öko-Pädagogik: Die blitzartige Umerziehung der fossilen Deppen durch Mondbenzinpreise könnte scheitern, falls sich der Ölmarkt nach Trumps Kriegsrückzieher wieder entspannt. Kleiner Trost: Ganz vielleicht sinken so auch die AfD-Prozente.
5 Adorf war kein Trump
Kann doch nicht wahr sein: Selbst bei der Nachricht vom Tod des großartigen Schauspielers Mario Adorf drängten sich schon wieder Gedanken an Trump auf, aber an den jungen. Denn wie hatte Adorf als schmieriger, Donald-ähnlicher Kleberfabrikant in „Kir Royal“ gesagt und damit eine Redewendung eingeführt: „Ich scheiß dich zu mit meinem Geld.“ Ach, wenn es Trump doch nur dabei belassen hätte. (lkw)
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