5 dinge, die wir gelernt haben:
1 Rot wie der Mond
Es klang nach einem historischen Astroereignis: Mond total, und auch noch blutig! Tatsächlich schien vergangenen Sonntag für ein paar Minuten der verdunkelte Erdtrabant rot zu glühen. Wer jetzt denkt: „Hatten wir das nicht schon mal?“, liegt nicht falsch: Die letzte in Europa sichtbare Blutmondfinsternis ereignete sich 2024, die nächste kommt 2028. Es bleibt also reichlich Zeit, um das Spektakel noch einmal zu verpassen.
2 Kerndeutsches Kuriositätenkabinett
Von historischem Ausmaß imaginiert sich das Bündnis Sahra Wagenknecht mutmaßlich auch seine Friedenskundgebung für Gaza am Samstag. Das Line-up liest sich allerdings eher geschichtslos: Neben der Großen Vorsitzenden selbst riefen der Urkomiker Didi Hallervorden und Rapper Massiv unter dem Motto „Stoppt den Völkermord in Gaza!“ zum Protest auf. Haben die Palästinenser*innen nicht genug gelitten, dass sie mit solchen Verbündeten gestraft werden?
3 Vorhang auf, Kaffee rein
Wie wäre es denn zum Beispiel, wenn sich Deutschlands derzeit wohl erfolgreichster Politexport – die frisch gewählte Präsidentin der UN-Generalversammlung Annalena Baerbock – zu Krieg und Frieden in der Welt positionierte? Nun, sie tut es wohl, ein bisschen. In den sozialen Medien zeigte sich die Ex-Außenministerin aber in erster Linie Taxi fahrend und Kaffee zapfend in New York. Ein „Blick hinter die Kulissen“ sollte das sein. Mutmaßlich, weil es vor den Kulissen der Vereinten Nationen rein gar nichts zu sehen gibt.
4 Windstärke Hass
Nirgends Geschichte, überall nur Performance und Show. Im Grunde genommen hat die Schriftstellerin Caroline Wahl den Zeitgeist komplett begriffen. Ihre Bücher „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“, in denen es unter anderem um Armut geht, verkaufen sich in Deutschland bestens. Aber die Autorin mag auch Sportwagen. Das geht natürlich nicht, schon gar nicht in Deutschland. Wer hier Erfolg hat und noch lebt, wird gehasst – zumindest darauf kann man sich historisch verlassen.
5 Keine Kapazitäten
Gebrochen hat die Bundesrepublik allerdings mit einer Tradition, die niemand lieb gewonnen hat: dem Warntag. Üblicherweise war das ein Tag im Jahr, an dem Sirenen, Handys und andere lautstarke Endgeräte ihre technische Unzulänglichkeit zur Schau stellen durften. Zumindest in und um die taz herum hat es aber am Donnerstag ordentlich geschellt. Fazit: Bitte nicht! Die Geschichte hat doch gezeigt, dass warnen zwecklos ist. Weltkrieg? Ach, jetzt übertreib mal nicht! Klimakrise? Da hab ich gerade gar keine Kapazitäten für. (knw)
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