5 dinge, die wir gelernt haben:
1 Afghan:innen dürfen kommen
Endlich, denkt man erst mal. 50 gefährdete Afghan:innen will Merz’ Regierung einreisen lassen. Sie harren in Pakistan aus, obwohl Deutschland ihnen schon vor Monaten Schutz zugesagt hatte. Als die Ampelregierung das Versprechen einlösen wollte, protestierte die Union noch lautstark. Jetzt ist es ein CDU-Außenminister, der es „selbstverständlich“ erfüllen will. Von wegen! Nur jene, die in Berlin erfolgreich auf die Erteilung von Visa geklagt hatten, dürfen jetzt kommen. Mehr als 2.000 andere müssen weiterhin fürchten, dass Pakistan die Sache für Deutschland „löst“ – und sie zu den Taliban abschiebt.
2 Deutsche wollen gehen
Dabei sollte es in Deutschland doch bald Platz genug geben, glaubt man dem Axel-Springer-Portal Business Insider. Dort hieß es diese Woche: „Deutschlands Auswanderer: Diese Menschen verlassen das Land“. Ein besonderes Problem sei der zunehmende Exodus von „Arbeitsmarktteilnehmern mit Interesse an Leistung“. Gleichzeitig war in einer gewissen Springer-Spreizung auf bild.de zu lesen: „Lohnt sich das Auswandern?: Länder mit den meisten bezahlten freien Tagen“. Klingt weniger nach Leistungswillen als nach Auswanderung in fremde Sozialsysteme.
3 Das Hufeisen sollte gehen
Schräges steht diese Woche auch in der Zeit. Auf die Titelfrage „Sind die Linken selber schuld?“ antwortete Edelfeder Jens Jessen mit einer Mischung aus Antiwokenessschimpfe, Lastenfahrradklischees und der 50 Jahre alten Hufeisentheorie (siehe Seite 14). Rechtsextreme Attentate richteten sich gegen Minderheiten, heißt es da, „linksextreme Attentate richten sich gegen die Mehrheit“. Anders als die arme „Mitte“ gehen gefährdete Antifaschist:innen aus Chemnitz oder Dortmund der Zeit am Arsch vorbei. Die Linke sei „nicht im Geringsten geeignet, die rechtsradikale Bedrohung einzuhegen. Sie ist nicht einmal willens dazu.“ Wer von Nazis angegriffen wird, kann sich ja mit einer zusammengerollten Zeit verteidigen.
4 Taylor Swift will bleiben
Der suuuperreichste Suuuperstar aller Zeiten ist in der Tat willens und hat Yes gesagt zum suuuperromantischen Antrag ihres suuupermuskulösen Footballmackers Travis Kelce. Kommentar des taz-Justiziars: „Suuuper für die Scheidungsanwälte!“
5 Bolsonaro kann nicht gehen
Gute Anwälte braucht auch der rechtsextreme Ex-Herrscher Brasiliens. 40 Jahre Haft drohen Jair Bolsonaro wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs. Zusätzlich zur elektronischen Fußfessel soll sein Haus jetzt „rund um die Uhr“ überwacht werden. Raten Sie mal – wegen „Fluchtgefahr“. (sah)
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