■ Unruhen in Indonesien weiten sich aus: 24 Tote bei religiöser Gewalt auf den Molukken
Bangkok (taz) – Rache und Haß überschatten in diesem Jahr das traditionelle Fest der Versöhnung zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in Indonesien: 24 Menschen starben bis gestern auf den Molukken-Inseln, nachdem Christen und Muslime mit Macheten und Knüppeln aufeinander losgegangen waren. Über hundert wurden schwer verletzt. Zehn Kirchen und Moscheen, Wohnhäuser und Geschäfte gingen in Flammen auf. 3.000 Menschen suchten Schutz in Polizeistationen und Armeekasernen, berichtete der Polizeichef der Stadt Ambon.
Auslöser der Unruhen war offenbar ein betrunkener Christ: Er soll am Dienstag abend, nach dem ersten Gebet des Eid-al- Fitr-Festes, einen Muslim beleidigt haben. Die Unruhen zwischen christlichen und muslimischen Dörfern sprangen auf die Stadt Ambon und die Inseln Sanana und Seram über. Die Molukken gehören zu den indonesischen Inseln, auf denen Christen in der Mehrheit sind. 85 Prozent aller Indonesier sind Muslime. li
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen