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Wie geht's? – Muss! Zwei Januarwochen, eine Faust

Bleibt liebevoll und rabiat: Unser Autor sinniert über den ereignisreichen Jahresbeginn. Unsere erste taz-Lab-Kolumne direkt aus dem Maschinenraum von Deutschlands Kongress für Debatte und Verständigung.

Fünf Finger und zwei Januarwochen bilden eine Faust Foto: pixabay

taz lab | In der Psychologie gibt es den Fresh-Start-Effekt: Leute nutzen eine Zäsur wie „das neue Jahr“, um sich Ziele zu setzen, sich Vorsätze zu machen. Vermutlich legt das taz lab Team auch deshalb im Januar los, um mit Elan den taz-Kongress am 25. April zu planen.

Aber der Januar macht es uns nicht einfach. Gefühlt ist man gerade erst im Fresskoma zur Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten eingenickt. Und weil der silvesterliche Kugelbombenhagel in Berlin diesmal ausblieb, wurde Berlin 2026 erst am 3. Januar richtig wach, als eine der Vulkangruppen 45.000 Haushalten bei Minusgraden den Strom abstellte. Fresh Start, mhm.

Jenseits des großen Teichs lässt Trump in bester imperialer Manier den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro entführen, trötet mal wieder herum, die USA „bräuchten“ Grönland, und Elon Musks KI Grok zieht Kindern und Frauen die Klamotten aus. Ach, und nebenbei zerfällt die Regierung in Brandenburg. Prost Neujahr!

Nicht den Kopf in den Sand stecken

Nun können Sie diese Ereignisse an einer Hand abzählen, doch leider bilden fünf Finger und zwei Januarwochen eine Faust und wer vor dem Schlag noch keine saisonale Winterdepression hatte, ist vermutlich jetzt nah dran.

Und die Ukraine, Nahost und den Sudan gibt’s ja auch noch! Einziger Lichtblick scheint derzeit der Protest der Ira­ne­r:in­nen gegen das religiöse Regime.

Dennoch, Kopf in den Sand stecken kann ja auch keine Antwort sein, also haben wir dem nächsten taz lab bereits im November hellsichtig den Titel „Jetzt mal Tacheles – liebevoll und rabiat“ gegeben. Letzteres bitte ich Sie auch zu bleiben. Denn bei diesem Januar sollten wir das Abstumpfen lieber dem Rollsplit auf eisigen Gehwegen überlassen.

Hier schreiben unsere Au­to­r*in­nen wöchentlich übers Tacheles reden.