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26.04.2026 , 23:36 Uhr
Wenn man vor Ort ist, stellt sich die Lage etwas anders da. Denn trotz eines Großangriffs mehrerer tausend (!!!) Terroristen (ob unter separatistischer oder dschihadistischer Flagge) und eines Kamikazeanschlags auf das Haus des Verteidigungsministers konnte die Armee innerhalb von 24 Stunden die Lage relativ weitgehend beruhigen - außer in der ohnehin umkämpften Region Kidal. Die Menschen sind sehr stolz auf ihre kollektive Widerstandskraft - und somit auch Resilienz. Die ohnehin im gesamten Land hohen Zustimmungswerte zur Armee sowie zur Militärregierung (selbst in der Region Kidal - gemäß der 2025-er Umfrage "Mali-Mètre" der Friedrich-Ebert-Stiftung ) gehen quasi durch die Decke. Sudanesischen Verhältnisse sind nicht im Ansatz erkennbar. Doch die Bevölkerung registriert sehr genau (und unter Schmerzen), dass Terroranschläge in Mali bzw. in den Sahelländern in westlichen Medien eher Überlegungen zur Stabilität der Militärregierungen nach sich ziehen (was natürlich eine wichtige Frage ist), aber kaum Empathie und Anerkennung des sozialen Zusammenhalts hervorrufen - so wie beides bei Anschlägen im Westen ein absolutes Muss in der begleitenden Berichterstattung ist.
zum Beitrag21.12.2024 , 01:23 Uhr
Antwort Teil III: ...die in den letzten 20 bis 40 Jahren eine echte Auseinandersetzung angeboten haben – jenseits von Rachegedanken, aber auch jenseits vorgestanzter Sprachschablonen und ideologischer Selbstgewissheiten. Seit vielen Jahren warst du – zusammen mit deinen von dir zitierten Weggfährt:innen – eine Art linkes Gespenst, von dem nie so recht klar war, wer es wirklich ist. Doch jetzt weiß man, dass du ein ganz normaler Ewiggestriger bist, ein mit avantgardistisch-missionarischer Attitüde daherkommendes Fossil, das ernsthaft glaubt, junge und alte Linke würden seiner old-school-Antiimp-Aufklärung bedürfen. Oder warum hast du deinen Brief an die taz geschickt, anstatt ohne großes Brimborium einen kommunikativen Raum zu schaffen, in dem nicht zuletzt du (als gescheiterter Ex-RAFler) ein Lernender bist – demütig und ausgestattet mit der Bereitschaft, den Schmerz anderer aufrichtig zu teilen und sich für das individuell zu entschuldigen, wofür ihr erklärtermaßen stets kollektiv (und somit auch individuell) Verantwortung übernommen habt.
zum Beitrag21.12.2024 , 01:22 Uhr
Antwort Teil II: Auch Differenzierungen, Unsicherheiten oder die Benennung von Widersprüchen und Fehlern kommen in deinem Traktat so gut wie gar nicht vor – als ob sich der Kampf der RAF nicht als fundamentale politische, moralische und intellektuelle Sackgasse erwiesen hätte. Kurzum: Dein Text ist eine jener sattsam bekannten Kommandoerklärungen alter Schule – mit vielen Substantiven, vielen symbolischen Ausrufezeichen und viel zu wenig Verben. Und das ist kein Zufall, denn nicht nur dem Text, sondern auch deiner politischen Praxis mangelt es ganz offensichtlich am erforderlichen praktischen Tun, an der Erfahrung kollektiver Widerständigkeit und somit auch an der Erfahrung, wie politische und soziale Widersprüche in heterogen zusammengesetzten sozialen Bewegungen (wahlweise auch in emanzipatorischen Parteien oder zivilgesellschaftlichen Organisationen) durchgearbeitet und produktiv nach vorne aufgelöst werden können. Und weil das so ist, kann es auch nicht verwundern, dass du nicht mit einem Wort auf all jene Menschen eingegangen bist (allen voran auf Angehörige von Opfern wie Carolin Emcke oder diversen Mitgliedern der v. Braunmühl-Familie),...
zum Beitrag21.12.2024 , 01:22 Uhr
Antwort Teil I: Sicherlich, die RAF war Teil des globalen Aufbruchs 1968ff, sie wurde allerdings von Stunde Null an von anderen Linken heftig kritisiert. Umso unverständlicher ist die Selbstverständlichkeit, ja Dreistigkeit, mit der du dir – unter Rückgriff auf ein Nähe suggerierendes "Kumpel-DU" – das Recht herausnimmst, die RAF nahtlos in den ewigen Strom globaler sozialer Bewegungen einzureihen und obendrein auch noch das Etikett der Fundamentalopposition ausgerechnet für eure Variante des militanten "Kampfes" zu reklamieren. Als ob andere Kämpfe weniger fundamental gewesen wären, ohne dabei allerdings einer ähnlichen Repression zu unterliegen wie ihr – einfach deshalb, weil sie sich Herangehensweisen bedient haben, die im Einklang mit ihren eigenen Werten standen und daher auch tiefer greifende Veränderungen erzielen konnten (etwa LGBTQI, Migrant:innen und Geflüchtete, Anti-AKW-Gegner:innen, Bauern und Bäuerinnen, Fabrikbesetzer:innen, Klimaaktivist:innen, Graswurzel-Antimilitarist:innen, Globalisierungskritiker:innen etc). Du redest davon, mit jenen in Kontakt treten zu wollen, die Interesse an Auseinandersetzung hätten. Aber offensichtlich hast du keinerlei Fragen an andere.
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