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17.02.2026 , 20:37 Uhr
> Gemeint ist der staatsoffizielle Antizionismus der Sowjetunion
Naja, mir sind mindestens 3 Ursachen des Antisemitismus in der SU bekannt, das scheint mir der unwahrscheinlichste.
1. Christlicher Antijudaismus aka "Gottesmörder".
Das Ur-Christentum war eine jüdische Sekte die sich "vermarkten" um sich vom "Volk Gottes" abzuspalten. Judenfeindliche Bibelstellen wurden von der Kanzel gepredigt (Ähnlich muss der Islam als ehemals christliche Sekte die "Irrwege" des Christentums "korrigieren"). Paradox und Komplex!
2. Die Theorie des "Jüdischen Bolschewismus":
(Atheistische) Juden waren aus vielen Gründen überproportional präsent in der KP (Trotzki, etc). Der Zaristische Geheimdienst hat daraus die Weltverschwörung der "Weisen von Zion" gebastelt.
de.wikipedia.org/w...cher_Bolschewismus
Gerade die Ukraine hat sehr unter den Bolschewiken gelitten, z.B. Holodomor.
3. Die SU war m.E. der erste Staat der Israel anerkannte. Stalin sah in dem soz. Kibbuz-Staat einen Verbündeten. Nach der Kehrtwende zum Westen sah er in den Zionisten eine konterrevolutionäre Gefahr und startete Säuberungen.
en.wikipedia.org/w...n_and_antisemitism
zum Beitrag15.02.2026 , 21:15 Uhr
"Shidowka" ist komplex ...
Meines Wissens hängt das vom Kontext und Region ab ob "жид" als abwertend wahrgenommen wird, weil es einfach die Slavisierung von "Jid" ist, also der Eigenbezeichnung der Juden auf Jiddisch, die in Slavischen Sprachen auch von ihnen so genutzt wurde.( "owka" ist m.E. nur ein femininer Suffix, aber ich könnte mich irren.)
Es gibt die Anekdote das Nikita Chruschtschow mit Westukrainischen Genossen debattiert hat und sich über ihre rassistische Wortwahl beschwerte. Die Westukrainer sagten ihm damals erstaunt, dass es in ihrer Region nicht abwertend konotiert sei.
Vergleichbar ist das Wort "Pollacke" das in Deutschen abwertend wahrgenommen wird, während "Polak" einfach die Eigenbezeichnung im Polnisch ist. Das offizielle Wort für Pole in Italienisch/Spanisch ist Polac(c)o, und ich musste oft erstaunten Italienern, Spaniern und Polen erklären dass sie es im Deutschen meiden sollten.
Auch war ich in 2019 in Odessa in der Südukraine, dass sich selbst sehr stolz als "jüdische" Stadt wahrnimmt und vermarktet.
Ich habe dort auch eine Dame kennengelernt die nach der Aliah zurückgekommen ist und meinte die Ukraine sei verglichen zu Israel ein Paradies.
zum Beitrag15.02.2026 , 19:50 Uhr
Ein toller ein wichtiger Artikel, auch weil er den offenen Diskurs erlaubt.
Einige Anmerkungen, die ich auf verschiedene Posts aufteilen muss:
- Innerjüdisches Verhältnis in Deutschland: ich erinnere mich vor 25+ Jahren einen ironischen Artikel über die "Hackordnung" in der Zeit online gelesen zu haben. Kurze Zeit später war er nicht mehr auffindbar und handelte davon dass "echte" Deutsche Juden hier - was die Israelis Jecken nennen, die schon im 19. Jhd hier ansässig waren -eine Rarität sind. Die meisten seien emigriert und man träfe ihre Nachkommen eher in London oder New York an. Oder sie waren so sekular das sie durch Mischehen aufgegangen sind (viel mehr als man denkt)
Die "vor-sowjetischen" Nachkriegsjuden in Deutschland seien vorwiegend Nachkommen von Osteuropäern die als "Displaced Persons" von den Alliierten über Jahre in deutschen Lagern versorgt wurden. Die meisten wollten nach Amerika oder Palästina auswandern, aber so mancher ist hier hängen geblieben.
Und besagter Artikel ironisierte dann auch die Hackordnung unter den sogenannten "Ostjuden", wo dich Litvaks (Litauer) über "rückständige" Ukrainer lustig machen.
Kontingentflüchtlinge sind nicht die einzigen ;)
zum Beitrag