… Big Brother?

Widerstand erzeugen

Kein Monat ohne Datenskandal. Keine Woche ohne Adressenklau. Kein Tag ohne Onlinedurchsuchungen. Der Datenschutz ist so löchrig wie Schweizer Käse. Und die Enthüllungen im Takt von Tatort-Episoden lassen auch an den Lippenbekenntnissen der Verantwortlichen zweifeln. Jetzt hilft nur noch auf die Straße gehen.

Bürgerrechtsinitiativen rufen deshalb heute dazu auf, gegen die Speicherung von Telefon-, Internet und E-Mail-Daten in Berlin auf die Straße zu gehen. „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“, heißt das Motto. Die Polizei erwartet 30.000 Teilnehmer und eine überfüllte Innenstadt.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und etliche andere Bürgerinitiativen wollen sich gegen die ausufernde Überwachung und Datensammlung durch Wirtschaft und Staat aussprechen. Vor dem Hintergrund der Nachricht, die Telekom habe sich 17 Millionen Handynummern klauen lassen, ist dies wohl mehr als überfällig.

Wer ist schon an meinen Daten interessant, mag mancher Bürger sich fragen. Doch wie weitreichend die Auswirkungen der Datenspeicherung wirklich ist, macht auch die Deutsche Aidshilfe deutlich. Denn Menschen mit Aidserkrankung haben zunehmend Scheu, sich mit ihrer Krankheit per Telefon oder E-Mail an Beratungsstellen zu wenden. Die Organisation teilte mit, die Aidshilfe arbeite mit schützenswerten personenbezogenen Daten zu Sexualität und Gesundheit. Beginn ist um 14 Uhr am Alex. Eine Abschlusskundgebung findet am Brandenburger Tor statt. HVO FOTO: ARCHIV