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Archiv-Artikel

die anderen über den d-day:

Der Guardian aus London kommentiert: Gerhard Schröder, 1944 geboren, ist der erste deutsche Bundeskanzler ohne persönliche Erinnerungen an das Dritte Reich. Er hatte den politischen Mut, einer deutschen Zeitung vor seiner Abreise in die Normandie zu sagen: „Der Sieg der Alliierten war kein Sieg über Deutschland, sondern ein Sieg für Deutschland.“ Indem er die Einladung von Präsident Chirac höflich annahm, hat er einen symbolischen Schlussstrich von großer Bedeutung gezogen. Jetzt ist es Zeit für alle Briten, auch wenn wir nichts vergessen wollen, den Krieg und das damit verbundene auf ewig festgeschrieben erscheinende Gepäck hinter uns zu lassen.

Die römische Zeitung La Repubblica meint: Als die deutsche Nationalhymne vor dem Denkmal zur alliierten Landung an der Normandie erklang, schlugen Frankreich und Deutschland ein neues Kapitel ihrer Geschichte auf. Vor 20 Jahren hatten sich Mitterrand und Kohl vor den Gräbern der Gefallenen des Ersten Weltkriegs die Hände gereicht. Am Sonntag haben Schröder und Chirac es geschafft, was ihre Vorgänger nicht erreichen konnten: gemeinsam die Niederlage Nazideutschlands zu feiern. Schröder hat bei seinem Besuch in der Normandie viel Beifall erhalten, ein Zeichen, dass die Bevölkerung seine Präsenz als Zeichen der deutsch-französischen Versöhnung anerkennt.

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