der kommentar

Die beschissene Welt der Amélie

Drei Jahre nach „Die fabelhafte Welt der Amélie“ bringt das Team um Jean-Pierre Jeunet wieder mal „Frongreisch“ ins Kino. Leider.

Sie haben es wieder getan! Der Regisseur und seine Hauptdarstellerin haben einen Roman verfilmt, darin die junge Mathilde im Ersten Weltkrieg ihren Verlobten sucht, wofür mal wieder Paris digital „zum Leben“ erweckt wurde, wobei wieder ein Akkordeon … kurzum: Wer „Amélie“ nicht mochte, der wird die „Mimosen“ hassen. Wieder werden wir uns winden unter den waidwunden Blicken von Audrey „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ Tatou. Unter Krämpfen werden wir ihr folgen, dieser Diddl-Maus unter den Miminnen, durch ein herziges Märchen unschuldiger Menschlichkeit. Wir werden wieder allenthalben lesen, der Film sei „heiter“ und „traurig“ und überhaupt total „bezaubernd“. Wir werden im Film wieder „skurrilen“ Figuren begegnen, die vor lauter Güte kaum laufen können. Wir werden uns wieder wünschen, all diese abgeschmackten „Herzen am rechten Fleck“ hörten auf zu schlagen, sofort. Und wieder wird die schluchzende Filmmusik von Yann Tiersen die Charts und die Herzen jener Mädchen erobern, die noch herzförmige i-Tüpfelchen setzen in Sätzen wie „Liebes Tagebuch, ich wäre so gerne ein Schmetterling.“ Wie die Lemminge werden wir wieder ins Kino rennen, zum Kopfsprung in diesen klebrigen Kitsch, der Tiefe vorgibt, wo nur Oberfläche ist.

Ach, Frankreich, Frankreich! Wie wär’s mit einem Deal? Du bekommt das Saarland zurück. Und behältst deine Amélie. FRA