DER RECHTE RANDWIE DIE GERMANIA-BURSCHENSCHAFT RECHTE KONTAKTE LEUGNET

Rechte Gäste

Das Wort „Ehre“ blinkt auf der Website der Burschenschaft Germania gleich auf. Der Wahrheit fühlt sich die studentische Verbindung in Hamburg aber offensichtlich weniger verpflichtet.

Vergangenes Wochenende richtete die Burschenschaft in nobler Behausung nahe der Alster eine Veranstaltung aus. Das Thema, laut Website: „Die Manipulation des Völkerrechts“. Ein neues Buch gleichen Titels hat der rechtsextreme Publizist Jürgen Schwab kürzlich vorgelegt. Auf der Website indes unterließ die Burschenschaft, den Namen des Vortragenden zu nennen.

Das war Grund genug für Journalisten, selbst bei der Veranstaltung vorbeizuschauen. Den Referenten sahen sie nicht. Vor dem Haus erkannten sie allerdings Matthias Behrens. Der niedersächsische NPD-Landesvize war im schwarzen Anzug gekommen. NDR-Info berichtete.

Auf der rechtsextremen Website „Sache des Volkes“ (SdV), die Schwab nahesteht, heißt es: „Auf Einladung der Burschenschaft Germania Hamburg sowie der NPD-Unterbezirksverbände Hildesheim und Stade war (...) Schwab vom 5. bis 7. Januar in Norddeutschland unterwegs“.

„Alles Lüge“ ist nun das Credo der Germanen. Auf ihrer Website spricht J. P. Prahl von einem „weiteren Rufmordversuch“, verübt, indem man ein Kamerateam und einen NPD-Funktionär vor die Tür bestellt habe. Behrens sei nicht eingeladen gewesen und eine „Nähe zur NPD“ würde nicht bestehen.

Die Macher der SdV-Website widersprechen indes dem NDR nicht. Schon vor Jahren verwies die NPD auf die Germanen, wenn man im „roten Hamburg“ als „Nationaler“ eine Studentenverbindung suche. In der Bürgerschaft führen die Aktivitäten der Germania immer wieder zu parlamentarischen Anfragen. Oft erklärte der Senat aus „operativen Gründen“ könne nur im Parlamentarischen Kontrollausschuss informiert werden. Mehr Transparenz ist dringend nötig.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland