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was für eine woche„In einer Region, in der so viel Unrecht geschieht, setzt Libanon ein starkes Zeichen“

Julia Neumann

Als erstes Land in Westasien hat Libanon die Todesstrafe abgeschafft. Stattdessen soll es nun lebenslange Haft geben, in schweren Fällen verbunden mit Zwangsarbeit. Zwar wurde in dem kleinen Mittelmeerland seit 2004 niemand mehr hingerichtet. Gerichte verhängten aber weiterhin Todesurteile. Derzeit sitzen mehr als 80 zum Tode verurteilte Menschen in Libanons Gefängnissen. Ihnen bleibt die Vollstreckung nun offiziell erspart.

Julia Neumann

ist Auslandskorrespondentin der taz für Westasien mit Sitz in Beirut.

Das ist ein bemerkenswerter Schritt. Vor allem mit Blick auf die Nachbarländer. Israel hat erst im März die Todesstrafe verschärft – mit einem Gesetz, das de facto nur Pa­läs­ti­nen­se­r*in­nen trifft. Jordanien, Ägypten, Syrien, Irak, Kuwait, Oman und Jemen vollstrecken regelmäßig Todesstrafen. In einer Region, in der so viel Unrecht geschieht, setzt Libanon ein starkes Symbol der Menschlichkeit und eines humanitären Verständnisses von Strafe.

Aktuelle Bilder aus Syrien werfen derweil aber eine Frage auf. Dort feierten Angehörige von Opfern der Assad-Diktatur in dieser Woche drei Todesurteile: gegen Ex-Machthaber Baschar al-Assad, seinen Bruder Maher und seinen Cousin Atef Nadschib. Was ist die gerechte Strafe für Kriegsverbrecher? Die Todesstrafe jedenfalls nicht.