: „Die Notlagen internationaler Tragweite tragen offenbar nicht weit genug“
Manuela Heim
Die Berichterstattung über das Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff ist gerade abgeebbt, schon ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ aus: Ebolavirusausbruch im Kongo, für Zentralafrika wird Schlimmes erwartet.
Manuela Heim ist im Inlandsressort verantwortlich für das Thema Gesundheit.
Rund zehn Jahre sind seit dem bislang größten Ausbruch mit rund 11.000 Toten vergangen. Die Weltgemeinschaft hatte sich damals bessere Vorbereitung geschworen. Nach der Coronapandemie schien dies unausweichlich. Tatsächlich hat der aktuelle Ausbruch des Ebolavirus vermutlich bereits vor Monaten begonnen. Dass er so lange unbemerkt blieb, sehen Hilfsorganisationen in direktem Zusammenhang mit den Mittelkürzungen durch die USA und andere Länder. Einen Impfstoff für die bereits bekannte Ebolavirusvariante gibt es auch nicht, weil Pharmaunternehmen erst so richtig investieren, wenn es den finanzkräftigen Teil der Welt betrifft.
Unter diesen Vorzeichen startete am Montag das WHO-Jahrestreffen – mit der Mahnung einer Expert*innengruppe: Diese zersplitterte Welt sei noch schlechter auf Pandemien vorbereitet als vor zehn Jahren. Die Einigung auf einen globalen Pandemievertrag wurde übrigens erneut verschoben. Die Notlagen internationaler Tragweite tragen offenbar nicht weit genug.
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