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Herdenweise Longhorns

Viehdiebe machen den Wilden Osten unsicher

„Bauern geschockt: Viehdiebe holen 150 Rinder von Weiden“, vermeldeten die Fährtenleser von dpa gestern aus dem endlosen Grasmeer der südbrandenburgischen Prärie, wo die Schießeisen locker sitzen und das Gesetz wenig gilt. „Innerhalb weniger Wochen“ wurden Ranchern im Elbe-Elster-County, aber auch in den Badlands zwischen Spree und Neiße herdenweise Longhorns und „wertvolle Zuchtrinder“ mit einem Gesamtwert von über 100.000 Euro-Dollar gemopst. Die Täter waren offensichtlich Profis und „dürften mit großen Viehtransportern angerückt sein und Know-how im Umgang mit Rindern haben“, erfuhr dpa aus Sheriffkreisen. Verdächtig sind damit alle Cowboys in den Saloons von Schenkendöbern Gulch bis Oberspreewald Springs. Doch auch im Wilden Osten hat der Fortschritt inzwischen Einzug gehalten, Stacheldraht und Telegrafenkabel durchziehen die Landschaft, das Dampfross verbindet längst Potsdam und Berlin. Außerdem tragen sämtliche Rindviecher eine Ohrmarke und sind „in einer Datenbank erfasst“. Womöglich haben die Viehdiebe die Rinder deswegen längst über die Grenze nach Mexiko oder ins noch wildere Polen getrieben, womöglich führt die Fährte aber sogar ins Indianerland „außerhalb der Europäischen Union“.

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