: UNTERM STRICH
Die Gema verlangt Geld von Neonazis. Ende Januar 2012 marschierten Rechtsextreme durch die Münchner Innenstadt und spielten dabei das Pink-Panther-Lied. Laut Polizei wollten sie damit einen Bezug zur Zwickauer Terrorzelle herstellen, die den besagten Song ebenfalls in ihrem Bekennervideo zu zehn Morden verwendete. Nun hat diese offensichtliche Provokation nicht nur strafrechtliche, sondern auch urheberrechtliche Folgen. Die Gema schickte dem Neonazi Norman Bordin eine Rechnung über 30,82 Euro. Er hatte die Versammlung am 21. Januar angemeldet, bei der die Titelmelodie des „Rosaroten Panthers“ über mobile Lautsprecher abgespielt wurde. Nach Auffassung der Gema handelte es sich dabei um eine lizenzpflichtige, öffentliche Darbietung des von Henry Mancini komponierten Liedes. Ob Bordin bereits gezahlt hat, ist noch ungeklärt.
Die „Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften“ war eines der zentralen Anliegen von Friedrich Kittler. Nun entsteht aus dem umfangreichen Nachlass des 2011 verstorbenen Germanisten und Medientheoretikers eine Gesamtausgabe. Herausgegeben wird sie von Martin Stingelin, Professor für Deutsche Literatur an der Technischen Universität Dortmund, im Wilhelm Fink Verlag. Auch die Hubert Burda Stiftung unterstützt die Veröffentlichung. Unter „Schriften“ werden alle publizierten, aber auch viele unveröffentlichte Texte Kittlers erscheinen. Vorträge, Gespräche und Vorlesungen sollen bald unter „Stimmen“ audiovisuell zugänglich. Auch von Kittler geschriebene Programme werden dokumentiert und zur Benutzung bereitgestellt. Die ersten Bände der Gesamtausgabe sind in Vorbereitung und sollen im kommenden Jahr erscheinen.