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Wenn die Musik einen alles vergessen lässt

Berlin-­Neukölln,

164.600 Einwoh­ner*innen.

Der von David Bowie im Track „Neuköln“ gewürdigte Ortsteil, einst in Sachen Nachtleben eher Diaspora, hat längst auch indoor eine beeindruckende Dichte an Clubs.

Der längste Tag des Jahres, Sommer in der Luft und dazu die Fête de la Musique: das treibt die Menschen auf die Straßen. So viele. Längst schon schwappen sie über die Bürgersteige, alle paar Ecken findet sich eine Bühne. Folkloren, Chormusik, HipHop, Pop. So streunt man durch die Stadt, guckt hier und hört da. Manchmal muss man auch einfach zuhören, weil es so laut ist.

So laut wie auf der Reuterstraßenbühne in Neukölln, wo eine Band den Rock prügelt wie dunnemals so Powertrios wie Cream oder die Hendrix Experience. Nur dass sie hier die Musik zu zweit stemmen. Der Schlagzeuger schuftet oberkörperfrei, der spillerige Gitarrist lässt sein Instrument dröhnen. Die Cannabineros machen prima Langhaarigenmusik, die früher, als so was noch das musikalische Role-Model sein durfte, immer auch ein Freiheitsversprechen war.

Erstaunlich viele Junge finden sich hier zum Headbangen, und einer hat sich dabei wohl vergessen. Denn plötzlich pflügt sich ein Mann energisch durch die Menge und zieht den Burschen raus. Beide verschwinden in der Pizzeria gegenüber, und gleich sieht man den Burschen als Kellner malochen. Thomas Mauch

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