: Viele Spenden nach dem Tornado
Ein Tornado in Großheide brachte große alte Bäume zu Fall, beschädigte Häuser und Wege. Die Reparaturen laufen, aber die Sturmschäden in der ostfriesischen Gemeinde sind noch deutlich sichtbar
Fredy Fischer, Bürgermeister von Großheide
Nach dem Tornado im Landkreis Aurich seien rund 75.000 Euro an Spenden zusammengekommen, sagt der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Großheide, Fredy Fischer: „Wir haben eine große Unterstützung erhalten.“ Die Hilfsbereitschaft der Menschen nach dem verheerenden Sturm vor rund einem Monat sei beeindruckend.
Der Tornado hatte mehr als 50 Häuser sowie Einrichtungen der Gemeinde beschädigt oder zerstört. Ein umgekippter Baum landete mitten im Gruppenraum eines Kindergartens. Auch ein Museum und eine Schule wurden beschädigt. Verletzte gab es nicht.
Nach einer vom Rat verabschiedeten Spendenrichtlinie soll das Geld möglichst gerecht an Geschädigte verteilt werden. Demnach sollen 75 Prozent der Spendensumme für beschädigte Wohnhäuser genutzt werden, die keinen oder keinen ausreichenden Versicherungsschutz haben. Die restlichen 25 Prozent können für die Reparatur oder den Aufbau von Stallgebäuden oder anderen wirtschaftlich genutzten Gebäuden ohne ausreichenden Versicherungsschutz verwendet werden. Betroffene könnten bis Anfang Oktober einen Antrag stellen, so der Bürgermeister. Ob das Geld ausreiche, sei unklar. „Der Gesamtschaden ist noch nicht bezifferbar, weil uns die Schäden der einzelnen Häuser nicht vorliegen.“
Die Gemeinde selbst hat hohe Kosten zu tragen. „Wir gehen von einem Schaden von weit über 100.000 Euro aus, den die Gemeinde tragen muss und der nicht versichert ist“, berichtet Fischer mit Verweis auf beschädigte oder zerstörte Bäume, Spielgeräte, Laternen und Fußwege. Nach dem Orkan mussten in der Gemeinde demnach mehr als 700 Bäume gefällt oder zurückgeschnitten werden.
Der Bürgermeister geht davon aus, dass die wesentlichen Arbeiten bis zum Frühjahr abgeschlossen sein werden. Auch an den Privathäusern liefen die Reparaturen auf Hochtouren. Das Bild der Gemeinde habe sich mancherorts verändert. So sei der Ortsteil Berumerfehn geprägt gewesen von alten, großen Bäumen. „Sehr viele davon sind weg“, sagt Fischer. Ziel sei es, neue Bäume zu pflanzen. (dpa)
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